Kein Hinweis, dass Haltestelle nicht angefahren wird

Senior spendierte wartenden Buskunden eine Taxifahrt

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Rief Wartenden ein Taxi: Helmut Hack holte sich das Geld anschließend vom NVV zurück. Archivfoto: Schultz

Baunatal. Seit einigen Tagen ist die Friedrich-Ebert-Allee in Baunatals Innenstadt aufgrund umfangreicher Bauarbeiten wieder eine Sackgasse. Das sorgt offensichtlich für Verwirrung im Busverkehr.

Fahrgäste der Stadtbuslinie 60 warteten beispielsweise am vergangenen Donnerstag an der Haltestelle Friedhof anderthalb Stunden auf den Bus. Rentner Helmut Hack hatte Mitleid und spendierte zwei wartenden Frauen eine Taxifahrt.

„Einen Hinweis darauf, dass die Haltestelle nicht angefahren wird, hatte es nicht gegeben“, sagt der Senior. Schließlich habe er für die Wartenden ein Taxi gerufen, berichtet Hack weiter. Dem Fahrer habe er fünf Euro in die Hand gedrückt, die Frauen dann auf den Weg geschickt mit den Worten, dass er sich das Geld beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) wiederholen werde.

Das versuchte der Senior schließlich auch. An der Information des NVV an der Haltestelle Stadtmitte (früher ZOB) habe er den Fahrdienstleiter und eine Mitarbeiterin angesprochen. Letztere habe ihm am nächsten Tag schließlich die fünf Euro bei der Vorlage der Taxi-Quittung aus der Kaffeekasse ausgezahlt, berichtet Helmut Hack.

In den ersten Tagen der Sperrung der Friedrich-Ebert-Allee habe es tatsächlich bei einigen Busfahrer wohl Konfusion gegeben, berichtet Roger Lutzi, im Baunataler Rathaus für den Stadtbusverkehr verantwortlich. Er räumt ein, dass dadurch möglicherweise Haltestellen nicht bedient wurden. Erst seit Freitag sei die Umleitungsstrecke geregelt gewesen.

Das Baunataler Rathaus ist für den Betrieb der Stadtbusse verantwortlich. Bedient wird die Linie 60, die vom Baunsberg bis zur Haltestelle Friedhof führt, von der Regionalverkehr Kurhessen (RKH). Der NVV, unter dessen Dach der Nahverkehr in Nordhessen rollt, hält die Rückerstattung Taxi-Geldes an Hack absolut für in Ordnung. Im Rahmen der Fünf-Minuten-Garantie des NVV hätten Fahrgäste einen Anspruch auf die volle Rückerstattung des Fahrpreises, berichtet NVV-Sprecherin Sabine Herms. Da der Senior allerdings nur eine Taxi-Quittung und nicht die Fahrkarten vorlegen konnte, habe die Mitarbeiterin die Angelegenheit erstmal klären müssen. „Das haben wir diesemal auf dem Kulanzweg gemacht“, so Herms.

Rathausmitarbeiter Roger Lutzi geht davon aus, dass die Probleme seit vergangenen Freitag behoben sind. Seit diesem Tag habe es eine veränderte Linienführung gegeben.

Von Sven Kühling

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