Neues Konzept der Stadt Baunatal 

Bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen fördern

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Fitte Senioren: Ein neues Konzept der Stadt Baunatal sieht vor, dass deren bürgerschaftliches Engagement gefördert werden soll. Das Bild entstand in Tharandt in Sachsen.

Baunatal. Seit Januar gibt es eine neue Informationsbroschüre für Senioren in Baunatal. Auf 38 Seiten werden – wenn auch in recht kleiner, dünner Schrift – hunderte Informationen genannt, die älteren Menschen bei der Bewältigung des Alltags helfen können. Anders der neue Seniorenplan der Stadt.

Hier finden sich auf 80 Din-A4-Seiten Darstellungen und Empfehlungen in der Fachsprache von Sozialarbeitern – plus ein 25-seitiger Anhang mit Daten, Zahlen und Statistiken. Dieses Paket billigte nun das Stadtparlament mit der Mehrheit der SPD gegen das Nein der CDU bei Enthaltungen der Grünen.

Der Beschluss besagt, dass bürgerschaftliches Engagement älterer Menschen, sprich: von Ruheständlern, gefördert werden soll. Sie sollen stärker für die Allgemeinheit aktiviert werden. Hintergrund: Die Zahl der Senioren wächst in Baunatal stärker als die jüngerer Menschen. 2020 wird laut Prognose ein Viertel der Baunataler – heute knapp 28 000 – älter als 65 Jahre sein.

Außerdem seien die Älteren nicht mehr auf den Abbau körperlicher und geistiger Fähigkeiten zu reduzieren, diese wollten aktiv bleiben und sich auch nach dem Berufsleben in die Gesellschaft einbringen. Auch diese Erkenntnis ist ein wesentlicher Aspekt des Plans.

Das Stadtparlament legte ferner fest, dass bis Herbst 2013 ein Rahmenkonzept erstellt werden und danach schrittweise vorgegangen werden soll.

Während SPD-Sprecher Wolfram Meibaum „die Qualität einer Diplomarbeit“ sah, kritisierte CDU-Fraktionschef Sebastian Stüssel genau das: Man brauche keine wissenschaftliche Ausarbeitung, sondern konkrete Handlungsanweisungen. Es sollten keine Fragen gestellt, sondern Lösungen geboten werden. Das aber sei nicht der Fall.

Stüssel geißelte zudem, dass in dem Papier das möglichst lange Wohnen im Eigenheim als nicht immer gut für Ältere angesehen wird („ein falsches Menschenbild“). Gerade in einer Stadt wie Baunatal, wo sich viele Bürger Eigentum geschaffen haben, sei das wünschenswert.

Meibaum wiederum attestierte der Union, dass sie kein Konzept habe, sondern nur „hier und da“ einige Anträge stelle. Grünen-Fraktionsvorsitzender Edmund Borschel war hingegen der Meinung, dass bereits gute Arbeit für die Senioren geleistet werde und die Stadt vieles richtig mache.

Der Seniorenplan ist schon seit 2010 in Arbeit. Zum Prozess bis zu seiner Fertigstellung gehörten Sitzungen des städtischen Seniorenarbeitskreises, öffentliche Veranstaltungen in den Baunataler Stadtteilen und Beratungen des Sozialausschusses der Stadtverordneten. Auch wurde am Ende festgelegt, dass Anträge der CDU mit konkreten Forderungen als Arbeitsmaterial bei der Umsetzung des Plans verwendet werden.

Von Ingrid Jünemann

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