Seniorenpflegeheim Mühlenhof zur Hälfte ausgelastet

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Im Grünen und doch nahe am Stadtzentrum: Die Anlage der Casa-Reha-Gruppe (Mitte links) hat eine attraktive Lage, die die Bewohner des Pflegeheims zu schätzen wissen.

Vellmar. Von den Meerschweinchenfreunden bis zum Schachklub Vellmar - viele Vereine hatten nach der Schließung des Bürgerhauses Obervellmar und der Kulturhalle Niedervellmar wegen Asbestbelastung im Seniorenpflegeheim Mühlenhof Unterschlupf gefunden.

Dort konnten sie auf Initiative von Heimleiterin Ruth Fürsch üben und trainieren. Mit der zunehmenden Auslastung der Einrichtung am Hallenbad wurde und wird es aber eng für die Vereine und Gruppen, die dort sozusagen Asyl gefunden hatten. Von ursprünglich 19 sind jetzt noch zehn übrig geblieben, bis zum Herbst muss wohl auch der Rest weichen.

Bewohnt: Vorhänge an den Fenstern - wie hier an der Grenze zum Hallenbadparkplatz - zeigen, dass viele Zimmer schon bewohnt sind. Foto: Wewetzer

Denn ein halbes Jahr nach der Eröffnung sind von den 146 Pflegeplätzen nach Auskunft von Heimleiterin Fürsch inzwischen 60 - das sind 41 Prozent - belegt. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir Anfang 2013 voll sind“, sagt sie. Dafür spricht eine Interessentenliste mit 100 Senioren.

Jetzt mussten und müssen sich viele Vereine wieder neu orientieren - darunter der Volkschor Niedervellmar, der Schachklub Vellmar, die Karnevalisten der Aquarianer und die Volkshochschule.

Der Volkschor ist Ende April schon ausgezogen. Nach Auskunft der Vorsitzenden Renate Stuthmann hatte der Verein einen Wohnraum für Materialien wie Keyboard und Noten belegt. Geübt hatten die 40 bis 50 Sänger dann im Speisesaal im zweiten Stock. Inzwischen hat der Chor im Schomer-Haus eine neue Bleibe gefunden.

Auch der Schachklub muss sich nach neuen Trainingsmöglichkeiten umsehen. „Noch geht es, aber Ende des Sommers wird es Probleme geben“, sagt Reiner Weyers, seit 37 Jahren Vorsitzender. 15 bis 20 Spieler trainieren zurzeit noch im Mühlenhof. Der Klub trägt im Heim mit zwei Teams auch seine Wettkämpfe aus. Den Klub würde der Auszug härter treffen.

Zusammenstreichen mussten ihr Trainingsprogramm auch die Aquarianer. Denn alle Nutzer müssen sich laut Fürsch jetzt die noch leer stehende erste Etage teilen: „Da haben wir jetzt alle Gruppen reingepackt.“ Von der Belegung hängt es auch ab, wie lange die Vhs ihre fünf Kurse noch im Mühlenhof abhalten kann.

Denn das Pflegeheim entwickelt sich. Startete man mit 17 Vollzeitarbeitsplätzen, sind es aktuell um die 30, 100 könnten es am Ende werden. Inzwischen ist auch das Café an Sonn- und Feiertagen und am Wochenende von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet - nicht nur für die Bewohner, sondern auch für die Vellmarer und auswärtige Gäste. Letzteres gilt auch für den Friseur- und Kosmetikbereich.

Von Stefan Wewetzer

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