Bus hält nicht in kleinem Ort

Seniorin beklagt schlechte Busverbindung vom Leiselfeld in die Baunataler Innenstadt

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Beschwerlicher Weg zur Straßenbahn: Anneliese Schindehütte (87) wünscht sich einen Bus, der im Leiselfeld hält.

Baunatal. Anneliese Schindehütte ist nicht mehr so gut zu Fuß. Dennoch fährt die sonst noch rüstige 87-Jährige vom Baunataler Leiselfeld aus gern mit Bus oder Bahn in die Baunataler Innenstadt, um einzukaufen oder Bekannte zu treffen.

Doch vor allem der Rückweg, wenn sie Taschen schleppt, macht ihr seit Längerem zu schaffen. Von ihrer Wohnung bis zur Haltestelle Hünstein oder Albert-Einstein-Straße seien es 20 bis 25 Minuten zu Fuß.

„Man fühlt sich hier als älterer Mensch ganz abgeschieden. Viele fahren gar nicht mehr in die Stadt“, sagt sie. Schindehütte wünscht sich einen Bus, der regelmäßig wenigstens am Konrad-Adenauer-Platz hält, ein Fußweg von nur sieben Minuten für sie. Doch die Chancen dafür stehen schlecht.

Bis vor zwei Jahren gab es noch den Bus Nr. 58, der von Elgershausen in die Baunataler Innenstadt fuhr und am Konrad-Adenauer-Platz, am Rand des Leiselfelds, einen Zwischenstopp einlegte. Diese Linie wurde aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt. Das Defizit sei vom NVV mit 190.000 Euro beziffert worden, erklärte Stadtpressesprecher Thomas Briefs auf Anfrage. Schauenburg, der NVV und der Landkreis hätten sich daran nicht beteiligen wollen.

Verwaiste Haltestelle: Hier hält das Anrufsammeltaxi am Konrad-Adenauer-Platz. Ein Hinweis darauf fehlt am Wartehäuschen aber völlig. Darum will sich die Stadt Baunatal jetzt kümmern.

Als Ersatz hat die Stadt den Bus Nr. 68 eingeführt, der allerdings als Anrufsammeltaxi funktioniert und am Konrad-Adenauer-Platz hält. Den benutzt die Rentnerin allerdings nicht. „Das ist mir zu umständlich. Wenn ich in beiden Händen Taschen trage. Außerdem muss ich dann wieder warten und am Großenritter Bahnhof in die Straßenbahn umsteigen“, sagt Schindehütte. Viele ältere Leute hätten außerdem gar kein Handy, um in der City nach dem Bus zu telefonieren. „Für die Radfahrer wird alles in der Stadt gemacht, nur an die älteren Leute wird kaum gedacht“, erklärt sie. Eine Buslinie ins Leiselfeld sei nicht geplant, teilte Pressesprecher Briefs mit.

Denn mit der Straßenbahnlinie sei das Quartier - auch nach den Vorgaben des Landes - ausreichend erschlossen. Zusätzlich habe man ja das Anrufsammeltaxi eingerichtet. Die Umleitung einer anderen Buslinie würde bedeuten, dass dann Anwohner von Großenritte schlechteren Anschluss an den Personennahverkehr hätten, sagt Sabine Herms vom NVV. Uwe Koch, Abteilungsleiter für Sport und Verkehr beim Landkreis Kassel, sieht ebenfalls kaum Chancen für eine neue Buslinie. Allerdings prüfe er auf Wunsch gern, ob man den Haltepunkt des Sammeltaxis dichter an das Leiselfeld heran verlegen könne.

Infos und Kontakt: Landkreis Kassel, Susanne Gaugernak, Tel. 05671/80012269.

Von Peter Dilling

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