Sicht der Bürger ist gefragt

Uni Kassel untersucht Meinung zu interkommunaler Zusammenarbeit

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Hofft auf die Mithilfe der Menschen im Landkreis Kassel: Projektleiter Prof. Dr. Ivo Bischoff vom Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Universität Kassel.

Kreis Kassel. Mehr als 15.000 Menschen im Landkreis Kassel haben in diesen Tagen Post von der Universität Kassel bekommen. Mit einer groß angelegten Studie möchten Wissenschaftler herausfinden, was die Menschen von der Zusammenarbeit ihrer Kommunen halten.

„Die Bürger werden meist nicht gefragt, was sie von der Politik halten“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Ivo Bischoff. „Trotzdem sollten Politiker wissen, was die Menschen denken.“

Sollen die Gemeinden enger kooperieren, um Geld zu sparen, auch wenn das vielleicht die Zusammenlegung von Ämtern und weitere Wege für die Menschen zur Folge hat? Das ist nur einer von vielen Aspekten, die Bischoff mit der Studie untersuchen möchte.

Für die Studie, die Bischoff zusammen mit Kollegen des Fachgebiets Finanzwissenschaft entwickelt hat, wurden drei hessische Landkreise ausgewählt: der Landkreis Kassel im Norden, der Werra-Meißner-Kreis sowie der Odenwaldkreis im Süden.

Hier leben insgesamt 430.000 Menschen, 30.000 von ihnen wurden vor und nach den Sommerferien angeschrieben. „Natürlich können auch alle anderen Menschen mitmachen“, sagt Bischoff.

Service: Jeder kann sich beteiligen

Für die Befragung zur interkommunalen Zusammenarbeit der Uni Kassel wurden 30.000 Menschen in drei Landkreisen direkt angeschrieben. Mitmachen können aber auch alle anderen Einwohner im Landkreis Kassel und im Werra-Meißner-Kreis. Zum Fragebogen der Uni Kassel gelangen Sie online unter http://umfrage.buergerdialog-hessen.de. Alle Fragen können durch Ankreuzen beantwortet werden. Insgesamt werden dafür etwa zehn bis 15 Minuten benötigt.

„Die freiwillige Zusammenarbeit von Kommunen könnte gerade in diesen Landkreisen, die stark vom demografischen Wandel betroffen sind, zur Lösung von strukturellen Problemen beitragen“, ist der Forscher überzeugt.

In allen drei Kreisen gebe es viele kleinere Kommunen, die einem stärkeren Kostendruck ausgesetzt seien als größere Gemeinden. Das Land Hessen fördert die interkommunale Zusammenarbeit bereits seit 2004 mit einem Programm.

Rund 15 Minuten dauert es, den Fragebogen auszufüllen. Noch bis Ende September ist er im Internet freigeschaltet. „Schön wäre es, wenn 3000 Menschen teilnehmen“, sagt Bischoff, dann wären die Ergebnisse aussagekräftig, wenn auch nicht repräsentativ. Kinderbetreuung, Vereinsleben, Kulturangebote, Infrastruktur – um diese Themen drehen sich viele der 60 Fragen.

Dabei geht es nicht darum, ob die Bürger für oder gegen etwas sind. Vielmehr interessiert die Forscher, warum das so ist und welche persönlichen Faktoren Einfluss auf die Meinung haben.

Neben einer Einschätzung zur aktuellen Situation in ihrer Gemeinde zu weiterführenden politischen Schritten und zum Vertrauen in politische Institutionen werden die Menschen im Landkreis Kassel auch nach ihrer Meinung zur Regionalreform gefragt.

Ergebnisse im Frühjahr

Nach der Auswertung werden die Ergebnisse im Frühjahr 2014 der Öffentlichkeit vorgestellt. Unterstützt wird die Studie von der IHK Kassel-Marburg, dem hessischen Innenministerium und dem hessischen Städte- und Gemeindebund. (jus)

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