Neujahrsempfang mit 200 Gästen – Früherer Kultusminister Hartmut Holzapfel als Festredner

„Sie haben sich Vertrauen erworben“

Klangvoll: Musikerziehung ist ein wichtiger Pfeiler des pädagogischen Konzepts. Hier die Klassik-AG beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend. Foto: Wewetzer

Runde 40 Jahre Gesamtschule Ahnatal - für die Schulleitung der passende Anlass, um mit 200 geladenen Gästen zum ersten Mal einen Neujahrsempfang auszurichten. Viele Lehrer, Elternbeiräte und Mitglieder des rührigen Fördervereins waren gekommen.

Lesen Sie auch

Gesamtschule Ahnatal: Puzzle auf der grünen Wiese

Neben Chardonnay und Dornfelder, Hackfleischbällchen und Käsespießen gab es auch Ausflüge in die Geschichte der Schule und das gesellschaftliche Umfeld, in dem sie sich entwickeln musste.

In Hessen tobte der „Kulturkampf“, als auch in Vellmar 1971 das Projekt Gesamtschulen gestartet wurde, um auch „Landkindern“ die Chance zur wohnortnahen Fortbildung zu ermöglichen, erläuterte der frühere hessische Kultusminister Hartmut Holzapfel in seiner Festrede. Und Vellmar sei ein Beispiel dafür, dass es funktioniert habe: „Sie sind unbeirrt über alle Wechsel hinweg Ihren Weg gegangen und haben Vertrauen erworben“, sagte der Minister a.D. an die Adresse von Schulleiter Wolfgang Hartwig.

Auf die „Redeschlachten im Kreistag“ verwies auch Landrat Uwe Schmidt. „Aber was damals gefunden wurde, waren die richtigen Antworten.“ Auch wenn wegen hoher Schülerzahlen, fehlenden Lehrern und oft schlechter Ausstattung viele damalige Schüler später zu traumatisierten Eltern geworden seien, die der Gesamtschule skeptisch gegenübergestanden hätten.

Aber die Vielfalt der Schulformen habe sich bewährt: Das integrierte System, das zeige die Gesamtschule Ahnatal, „wird wieder nachgefragt“. Das liege auch daran, dass der Kreis trotz Finanzknappheit viel Geld in seine Schulen investiert habe.

In der anschließenden Talk-runde berichteten „Ehemalige“ wie Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla von ihren positiven Erlebnissen an der Ahnatalschule. Aus einer Arbeiterfamilie kommend, habe er den Übergang von der Gesamt- auf die Fachoberschule „gut vorbereitet“ problemlos geschafft.

Das liegt auch an der guten Atmosphäre im Kollegium: „Emotionale und pädagogische Heimat seit 30 Jahren“ sei ihr die Schule, sagte Lehrerin Brunhilde Ulbrich. „Das ist gelebte Schule.“

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.