Sie drohten mit Spielzeugpistolen

Nachwuchsgangster: 13- und 14-Jährige überfielen Seniorinnen

Kassel. Fünf Kinder und zwei Jugendliche sollen am Freitag und Samstag zwei Seniorinnen in Vellmar überfallen haben. Nach Angaben von Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch bedrohten die jungen Täter eine 71- und eine 79-jährige Frau mit Spielzeugpistolen.

Fünf von ihnen, einen 14-Jährigen und vier 13-Jährige, schnappten Polizeibeamte des Reviers Nord nach dem zweiten Überfall im Eisenbahnweg am Samstagnachmittag gegen 15.30 Uhr am Jungfernkopf. Zwei weitere 13 und 14 Jahre alte Jungen sollen außerdem beim ersten Überfall am Freitagnachmittag zwischen Roter Breite und Hans-Neusel-Straße ebenfalls beteiligt gewesen sein. Die Tatverdächtigen stammen alle aus Vellmar. Die beiden Frauen waren bei den Überfällen unverletzt geblieben. Die Gesamtbeute beider Überfälle: knapp 17 Euro.

Der erste Überfall geschah am Freitagnachmittag gegen 16.15 Uhr auf dem Verbindungsweg zwischen Roter Breite und der Hans-Neusel-Straße in Obervellmar. Eine 71-jährige Frau aus Kassel war dort mit ihrem Fahrrad unterwegs, welches sie allerdings zu dieser Zeit schob. Wie die überfallene Frau später schilderte, hätten plötzlich drei Jugendliche vor ihr gestanden, das Fahrrad umgeworfen und Geld gefordert. Etwas abseits habe noch eine weitere Gruppe Jugendlicher gestanden. Einer der drei Räuber habe sie mit einer Pistole gedroht. Sie habe daraufhin den Tätern 15 Euro ausgehändigt und sei dann von ihnen aufgefordert worden, ihr Portemonnaie auszuhändigen. Dies habe sie aber mit den Worten „Haut ab, ihr Blöden“ erwidert. Daraufhin seien die Jugendlichen geflüchtet.

Der zweite Überfall der Nachwuchsgangster spielte sich am Samstagnachmittag im Eisenbahnweg ab. Zunächst hatten drei Jugendliche aus der Gruppe die 79-jährige Geschädigte nach Geld gefragt, aber nichts bekommen. Plötzlich stellten sich der Seniorin zwei mit Sturmhauben maskierte Jugendliche in den Weg und forderten unter Drohung mit einer Schusswaffe Geld.

Knapp zwei Euro fielen ihnen dabei in die Hände. Im Rahmen der Fahndung konnte eine Funkstreife des Reviers Nord die beiden 13 und 14 Jahre alten Haupttäter im „Wäldchen“ am Kiefernweg stellen und vorläufig festnehmen. Bei ihnen fanden sich sowohl die Spielzeugpistolen wie auch die Sturmhauben. Drei 13-Jährige, die sich bei der Fahndung zunächst als angebliche Tatzeugen der Polizei präsentiert hatten, gestanden später ebenfalls ihre Beteiligung.

Die Polizei ermittelt in beiden Fällen wegen schweren Raubes. Die Kinder und Jugendlichen wurden nach Abschluss der Ermittlungen ihren Erziehungsberechtigten übergeben. Das Jugendamt wurde über die Straftaten unterrichtet. (use)

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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