Städtische Werke wollen Windpark an zwei Standorten errichten

Sieben Rotoren im Wald geplant

Niestetal/Söhrewald. Die Städtischen Werke Kassel setzen verstärkt auf Windkraft. Als erstes Großprojekt wird zurzeit der Windpark Söhrewald/Niestetal mit insgesamt sieben Windrädern, verteilt auf zwei Standorte, geplant.

32,3 Millionen Euro investieren die Werke nach eigenen Angaben in die Errichtung der Anlagen.

Die betroffenen Kommunen und ihre Einwohner sollen sich über Energiegenossenschaften beteiligen können. "Wir sind Partner der Bürger vor Ort", sagte Werke-Chef Andreas Helbig, man agiere nicht gegen die Kommunen.

Wenn alles glattgeht, werden sich die Rotoren noch in diesem Jahr drehen. Der erzeugte Strom - 44 Gigawattstunden pro Jahr - reicht aus, um 12.500 Durchschnittshaushalte zu versorgen.

Der Bauantrag sei bereits eingereicht, er rechne im ersten Quartal mit der Baugenehmigung, sagte Werke-Chef Andreas Helbig der HNA.

Die beiden Standorte liegen in Waldgebieten: der eine in der Söhre am Warpel, der andere nördlich des Sandershäuser Bergs bei Niestetal an der sogenannten Alten Schanze. Am Warpel werden fünf Windräder errichtet, an der Alten Schanze zwei. Hier drehen sich in der Nähe seit 1998 bereits drei ältere Windräder mit einer Gesamthöhe von je 85 Meter.

Die neuen Türme werden erheblich höher. Die Nabe samt Stromgenerator liegt 143 Meter über dem Boden, drei jeweils 57 Meter lange Rotorblätter werden sich hier drehen. Die Gesamthöhe samt Rotoren misst 199 Meter.

Die neuen Anlagen werden sich mit 17 Umdrehungen pro Minute allerdings nur halb so schnell drehen wie kleinere Windräder - das störe im Landschaftsbild weniger, meinen die Ingenieure der Städtischen Werke.

Die Werke haben sich bei den Windtürmen gegen einen der Komplettanbieter und für den Hersteller Siemens entschieden. Denn die Kasseler Werke wollen die Wartung in die eigene Hand nehmen. So soll ein möglichst großer Teil der Wertschöpfung in der Region bleiben.

Für die Wartung werden die Werke eine eigene Serviceabteilung aufbauen mit zunächst elf Mitarbeitern, ihre Zahl soll um weitere fünf Mitarbeiter steigen.

Die 143 Meter hohen Türme werden aus Stahl errichtet. Das ist in der Anschaffung zwar teurer als Beton, doch ist der Transportaufwand deutlich geringer; die Stahlelemente können mit normalen Lkw transportiert und vor Ort zusammengesetzt werden. Die Anlieferung der 57 Meter langen Rotorblätter ist eine logistische Herausforderung. Für den Transport zur Schanze werden an der A7 die Leitplanken abmontiert, die Schwertransporter sollen dann direkt von der Autobahn zur Baustelle fahren. Bei der Anlieferung zum Warpel soll eine Behelfsausfahrt am Parkplatz Kiliansblick genutzt werden.

Von Holger Schindler

Rubriklistenbild: © dpa

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