Seifenkistenrennen lockte mehr als 1000 Besucher nach Sandershausen

Niestetal. Wer als Pirat erfolgreich Beute machen will, muss ein schnelles Kaperschiff haben. Doch die „Black Pearl“ (Schwarze Perle) des Wassersportvereins WAK Marina Niestetal wirkt zwar furchterregend aber auch ein bisschen klobig.

Ihr fehlt ein Segel, sie ist ein Straßenschiff auf vier Rädern. Mit Dreispitz, Totenkopfflagge und einer beeindruckenden Schar von Fans sind die Wassersportler beim zweiten Seifenkistenrennen der Gemeinde Niestetal erstmals angetreten, um das Feld aufzurollen. Doch die Piraten gehen leer aus. Die Black Pearl will auf der abschüssigen Ysenburgstraße einfach nicht in Fahrt kommen.

Ihren Spaß hatten die Bootsfreunde, die mit neun Leuten ein Team für das Rennen gründeten, trotzdem. Dafür sorgten schon die weit über 1000 Zuschauer entlang der Strecke, die die Piloten in ihren wilden Kisten anfeuerten. Außerdem landeten nur die WAK-Senioren abgeschlagen im hinteren Teilnehmerfeld. Das zweite Team des Verreins machte es besser und sicherte sich den Titel in der Juniorenklasse. Erfolgreich war auch ein weiterer Neuling: Das Niestetaler Jugendzentrum fuhr mit seinem Night-Rider-Team in der Jugendklasse auf den ersten Platz.

Es gibt viele Arten, einen Hang hinabzufahren. Je origineller und schneller, desto besser. Dirk Schölch schaut seinen „Wasteracer“ kritisch an. Der rasende Müllmann, der wie ein Formel-1-Pilot in einer 220 Liter-Mülltonne auf Kickboard-Rollen liegt, hat sich mehr erwartet als eine Zeit von 32 Sekunden.

Dabei kann man nicht immer vom Äußeren einer Seifenkiste auf deren innere Qualitäten schließen. Kaum zu glauben, dass ein rollendes, überdimensionales Ofenrohr, von seinen Besitzern, dem Barbecue Racing Team, Steak Booster genannt, auf winzigen Rädern vorne mitfahren kann. Doch der Pilot Simon Engel strahlt nach dem ersten Lauf.

Er ist deutlich unter den 30 Sekunden geblieben, die man fahren muss, um eine Chance auf einen vorderen Platz zu haben. Später wird das rasende Ofenrohr dem pfeilschnellen, sirenen-kreischenden Drehleiter-Wagen der Freiwilligen Feuerwehr in der Seniorenklasse um einen Wimpernschlag das Nachsehen geben: Der Steak Booster kommt in 29,06 Sekunden ins Ziel, die Feuerwehr in 29,38. Bürgermeister Andreas Siebert, beim Premiere-Rennen noch Sieger, schlug sich diesmal achtbar. Er belegte den dritten Platz. (pdi)

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