Infos über Schadstoffe in Clubräumen - TV Simmershausen kritisiert Gemeinde

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Unzufrieden mit der Gemeindeverwaltung: Mario Schirmer (links), Pressewart des TV Simmershausen, und Rainer Haldorn, Vorstand des 510 Mitglieder zählenden Vereins, in den Räumen des TV, deren Schadstoffbelastung ungeklärt ist.

Fuldatal. Die Verantwortlichen des TV Simmershausen mussten mit dem Schlimmsten rechnen, nachdem im Herbst eine zu hohe Schadstoffbelastung der Vereinsräume festgestellt worden war. Inzwischen habe es mehrere Messungen der Raumluft gegeben, sagt Vereinsvorstand Rainer Haldorn.

Klarheit herrsche trotzdem nicht. „Das ist mehr als frustrierend“, betont Vorstandsmitglied und Pressewart des Vereins, Mario Schirmer. Der fühlt sich von der Gemeinde im Stich gelassen. Dabei sei vollmundig aus dem Rathaus erklärt worden, in der Angelegenheit im Haus der Vereine müsse das offene Gespräch geführt werden.

Aber nichts geschehe. Das sei keine Art und Weise „gegenüber ehrenamtlich arbeitenden Vereinsmitgliedern“, meint Schirmer. Der TV Simmershausen habe allein acht Sondersitzungen wegen der Schadstoffbelastung abgehalten. Und abends befasse man sich in seiner freien Zeit noch mit dem Thema. „Ständig werden wir aus dem Verein und von den Menschen im Ort gefragt, was denn jetzt mit dem Vereinsheim los sei?“, sagt Schirmer. „Bis heute haben wir nichts Offizielles in der Hand“, kritisiert Haldorn.

Im Herbst 2010 wurde eine Luftbelastung mit Formaldehyd von 130 ppm (ppm = Teile von einer Million Gibt die Konzentration von Formaldehyd in der Luft an) in ihren Vereinsräumen festgestellt. Der Grenzwert liegt bei 120 ppm. Formaldehyd kann krebsauslösend sein. Es folgten Nachmessungen Ende Februar und Anfang März. Mit Ergebnissen von 19 beziehungsweise 36 ppm, habe er bei Nachfragen telefonisch aus dem Rathaus erfahren, sagt Haldorn. Auf eine schriftliche Bitte um Klarstellung habe die Gemeinde bisher aber nicht reagiert.

Zuvor sei der Verein aktiv geworden, habe Proben der in den 80er-Jahren selber eingebauten Wand- und Deckenverkleidung analysieren lassen. Die Werte waren im zulässigen Bereich. Glücklicherweise sei man nicht der ersten Empfehlung der Gemeinde gefolgt und habe vorsorglich die Vertäfelungen rausgerissen.

Finanziell werde der Verein dennoch durch die „ungeklärte Situation seit Oktober“ belastet. Mitglieder nutzten die Räume nicht mehr für Feiern. Daher fehlten die Aufwandsentschädigungen als Einnahmen. Von der Gemeinde fordere man zumindest die Kosten für die Materialanalyse von 280 Euro plus Nebenkosten zurück, sagt Haldorn.

Dass der TV Simmershausen Klarheit über die Raumsituation haben möchte, „kann ich nachvollziehen“, sagt Bürgermeisterin Anne Werderich. Andererseits appelliert sie an die Verantwortlichen des Vereins, noch „ein bisschen Geduld“ zu haben.

Zwar liege der Gemeinde ein Wert der zweiten Nachmessung auf Formaldehyd vor. Nur der sei allein noch nicht aussagekräftig. „Wir warten auf die schriftliche Bewertung.“ Schließlich habe es im Herbst 2010 eine Schadstoffbelastung gegeben. Wie diese mit den aktuellen Messungen zusammenhänge, sei noch unklar.

Warum im Verein Panik entstehe, kann Werderich nicht nachvollziehen. Schließlich nutzten die Mitglieder ihre Räume weiterhin. Dass die Gemeinde Auskunft über die Schadstoffbelastung geben könne, sollte eine „Frage von Tagen sein“. (mic)

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