Immer mehr setzen auf Werbung bei den Jüngsten

Nachwuchsförderung bei den Feuerwehren: „Singen und spielen gehört dazu“

Mit Feuereifer bei der Sache: Kinder, hier von der Feuerwehr Dormagen aus Nordrhein-Westfalen, lassen sich durchaus für die Mitgliedschaft in einer Kinderfeuerwehr begeistern. Auch im Landkreis Kassel haben sich mittlerweile mehrere Kinderfeuerwehren gebildet, die für Nachwuchs in den Einsatzabteilungen sorgen sollen. Foto: dpa

Nachwuchssorgen: Ein Problem, mit dem nahezu alle Vereine zu kämpfen haben. Da machen die Feuerwehren keine Ausnahme.

Mittlerweile haben im Verbandsgebiet Kassel-Land bereits Sechsjährige die Möglichkeit, der Kinderfeuerwehr beizutreten. Darüber sprachen wir mit der Fachbereichsleiterin Jytte Schönemann.

Frau Schönemann, haben die Feuerwehren im Kreisverband tatsächlich Nachwuchssorgen? 

Jytte Schönemann: Es gibt in unserem Verbandsgebiet Wehren, die gut aufgestellt sind, auch in der Jugendarbeit. Aber natürlich haben wir Nachwuchssorgen, so wie es vielen Vereinen geht.

Sind diese Sorgen in stadtnahen Orten stärker ausgeprägt, als in ländlichen Gebieten? 

Schönemann: Nein, das kann man nicht sagen. Es gibt Feuerwehren in ländlichen Gebieten, die gut aufgestellt sind, und andere wiederum sind es nicht.

Gibt es aktuelle Zahlen über Kinderfeuerwehren im Verbandsgebiet? 

Schönemann: Also wir haben in unserem Verbandsgebiet insgesamt 136 Mädchen und Jungen in zwölf Kinderfeuerwehren. Die 13. ist in Planungen. Die erste Kinderfeuzerwehr wurde übirgens bereits vor 25 Jahren in Schauenburg ins Leben gerufen und besteht noch immer erfolgreich. Interessant auch: Mädchen und Jungen halten sich bei Kinderfeuerwehren in etwa die Waage.

Was wird von Seiten der Verantwortlichen unternommen, um Feuerwehren für Kinder und Jugendliche interessant zu machen? 

Schönemann: Da war bisher vor allem das Problem, dass Kinder erst mit zehn in die Feuerwehren eintreten durften. Bis dahin aber hatten Sportvereine oder beispielsweise Musikgruppen bereits viele Kinder angeworben, die für die Feuerwehren damit verloren waren. Das hat sich mittlerweile geändert. Nun gehen wir auch in Kindergärten, um über die Brandschutzerziehung das Interesse der Mädchen und Jungen an der Feuerwehr zu wecken.

Viele Jugendliche springen dann nochmal ab, wenn sie zwischen 16 und 18 sind. 

JytteSchönemann

Schönemann: Ja, das stimmt. Das hat aber ganz unterschiedliche Gründe. Die Anforderungen an die jungen Menschen werden dann auch durch die Schule größer. Und Eltern schauen genau, was ihre Kinder leisten können und was nicht. Das geht allen Vereinen so.Wir sehen es als wichtig an, den jungen Menschen bis dahin gezeigt zu habem welche Bedeutung Teamgeist und Kameradschaft haben. Im übrigen haben wir aber auch schon sehr gute Erfahrungen gemacht. So wurden bei uns in der Kinderfeuerwehr Eschenstruth erst kürzlich zehn Kinder an die Jugendfeuerwehr übergeben.

Nun gab es ja von Landrat Schmidt die Initiative, an drei Schulen im Landkreis Kassel feuerwehrtechnischen Unterricht anzubieten. Das aber wurde von der Landesregierung abgelehnt. 

Schönemann: Das ist schade. Das wäre eine gute Chance gewesen, jungen Menschen zu zeigen, wie vielseitig Feuerwehrarbeit ist. Über dies Angebot hätte die Möglidchkeit bestanden, Barrieren abzubauen und den Nachwuchs zu motivieren, bei uns mal vorbeizuschauen.

Was kann denn eigentlich Sechs- bis Zehnjährigen überhaupt an Feuerwehrarbeit vermittelt werden? 

Schönemann: Das hält sich selbsrtverständlich in Grenzen. Bei Mini-Olympiaden werden spielerisch erste Handgriffe geübt. Bei den regelmäßigen Treffen sind nur 30 Prozent feuerwehrtechnischen Inhalts, die restliche Zeit wird mit anderer Arbeit ausgefüllt. Beispielsweise wird viel gesungen und auch vorgelesen.

Jytte Schönemann ist seit vergangenem Jahr Fachbereichsleiterin für Kinderfeuerwehren im Verbandsgebiet Kassel-Land. Der Feuerwehr gehört die 34-Jährige aus Helsa seit 2008 an. Jytte Schönemann ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von zwei und fünf Jahren. Hauptberuflich ist sie als Versicherungskauffrau tätig.

Kontakt: schoenemann@gmx.de oder die jeweiligen Ansprechpartner der örtlichen Feuerwehren.

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