Retter kritisieren Planung der Wanderung

Bergtour in der Slowakei: Kasseler Pfadfindern soll es wieder besser gehen

Kassel/Rosenberg. Wieder besser geht es wohl den vier Jugendlichen aus Nordhessen, die in der Nacht zu Sonntag vom Berg Poludnica in der Slowakei gerettet wurden. Das bestätigt Heinz Wenzel, Sprecher des interkonfessionellen Bundes der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) mit Sitz in Immenhausen.

Die Jugendlichen des Kasseler Stammes Artus, die nach der Bergrettung mit Verdacht auf Lebensmittelvergiftung in ein Militär-Krankenhaus in Ruzomberok (Rosenberg) gekommen waren, sollen am heutigen Dienstag wieder entlassen werden, sagte Ostara Schwarz, ebenfalls Mitglied der BdP-Leitung. Die Pfadfinder aus Kassel, Baunatal, Habichtswald und Niedenstein waren laut Wenzel in drei Gruppen in dem Gebiet Nationalpark Niedere Tatra unterwegs. Eine elfköpfige Gruppe wollte auf dem 1548 Meter hohen Berg Poludnica übernachten.

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Nach Angaben der Bergrettung hatten die Jugendlichen im Alter von elf bis 17 Jahre sowie ein 18-Jähriger allerdings keinen Platz in einer Hütte reserviert, sie wollten im Freien campieren. Das sei unverantwortlich gewesen, weil bekannt gewesen sei, dass das Wetter schlecht werden sollte, sagte ein Sprecher der Bergrettung auf Anfrage. Grundsätzlich sei es aber nicht ungewöhnlich, dass in der Bergregion Wanderer im Freien übernachteten. „Unsere Gruppe hat keiner über den Wetterwechsel informiert“, entgegnet Ostara Schwarz. „Auch im Dorf haben die Teilnehmer nach dem Wetter gefragt.“ Im Lauf des Samstags sei einigen Teilnehmern schlecht geworden, erläutert Heinz Wenzel die Situation nach dem Aufstieg. Einige hätten sich übergeben. Daraufhin habe die Gruppe einen Notruf abgesetzt, weil sie alleine nicht mehr den Abstieg bewältigen konnte. 19 Mitglieder der Slowakischen Bergrettung HZS holten die Gruppe dann die Nacht hindurch von dem Gebirgsmassiv. Gestartet wurde die Aktion um 21.45 Uhr, beendet wurde diese um 5.30 Uhr am Morgen. Mit Tragen wurden die Erkrankten, ein zwölfjähriger Junge und ein 17-jähriges Mädchen, – teilweise durch sehr steiles und unwegsames Gelände – ins Tal gebracht.

Aktualisiert um 16.50 Uhr.

Während der Rettungsaktion sei zwei weiteren Mitgliedern der Gruppe schlecht geworden. Auch diese habe man mit Tragen in Sicherheit bringen müssen, so die Bergrettung weiter. Die vier angeschlagenen Jugendlichen wurden ins Krankenhaus gebracht. Die Gruppen seien es gewöhnt, solche Ausflüge selbstständig zu planen, sagte Pfadfinder-Sprecher Heinz Wenzel. „Wir bilden sie dementsprechend aus.“ Es gebe feste Gruppen. Gerade bei einer Fahrt ins Ausland werde darauf geachtet, dass immer auch Ältere dabei seien. Laut Ostara Schwarz will die Gruppe trotz des Vorfalles ihre Tour durch die Slowakei fortsetzen, geplant sei ein Aufenthalt bis Mittwoch nächster Woche. (sok)

Rubriklistenbild: © dpa

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