Niestetal bleibt Sitz des Konzerns

Stellenabbau bei SMA: 500 Ingenieure müssen gehen

Kassel. SMA wird auch dieses Jahr tiefrote Zahlen schreiben. Wie das Unternehmen am Freitagmorgen mitteilte, wird ein Vorsteuerverlust von 30 bis 60 Millionen Euro erwartet - nach bis zu 115 Mio. Euro in 2014.

Der Umsatz des angeschlagenen Niestetaler Solartechnik-Herstellers soll von 790 auf nur noch 730 bis 760 Mio. Euro sinken.

Aktualisiert um 13.50 Uhr

Um 10.30 Uhr begann in den Räumen von SMA der siebte Kapitalmarkttag. Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon erläutert unter anderem Analysten, Investoren und Bankenvertretern die Details des zu Wochenanfang angekündigten rigiden Umstrukturierungsplans, zu dem auch der Abbau eine Drittels der aktuell knapp 4700 Vollzeitstellen sowie die Verlagerung von Arbeit an Dritte gehören.

Details vom Kapitalmarkttag:

SMA strebt an, seine Kostenstrukturen so zu optimieren, dass auch bei einem Umsatz unter 700 Mio. Euro ein Gewinn erzielt werden kann. Das kündigte der Vorstand gleich zu Beginn der Kapitalmarkttags an. SMA ist nach aktuellen Unternehmensangaben mit einem Weltmarktanteil von 20 Prozent Marktführer bei Wechselrichtern weiterhin Marktführer – zumindest was den Umsatz angeht. Die nächstgrößten Anbieter hätten Marktanteile von zwölf und neun Prozent. Bezogen auf die Leistung teilt sich SMA mit einem Anteil von 15 Prozent den ersten Platz mit einem asiatischen Anbieter.

Japan und die USA und China bleiben nach SMA-Einschätzung vorerst die attraktivsten Solartechnik-Märkte weltweit. Auch China gehört derzeit zu den großen Abnehmern. Daneben entstehen neue, viel versprechende Märkte etwa in der Türkei, Australien, im Mittleren Osten und Afrika, insbesondere Südafrika.

Urbon betonte während des Kapitalmarkttags, dass Niestetal Sitz und Zentrale des Unternehmens bleibe.

SMA-Chef Urbon rechtfertigte vor Analysten und Investoren, die geplante Entlassung von 500 Ingenieuren. Zum einen blieben ja 550 an Bord. Zum anderen seien viele Entwicklungsprojekte abgeschlossen, andere würden nicht weiterverfolgt.

Der Betriebsratsvorsitzenden von SMA, Mirko Zeidler, sagte am Rande des Kapitalmarkttags, dass der bevorstehende Stellenabbau mit Augenmaß angegangen werde. Details konnte er noch nicht nennen.

SMA hat die Produktionskosten für mittelgroße Wechselrichter in den letzten zwölf Monaten um 40 und für Großrichter um 25 Prozent gesenkt – vor allem über Einsparungen beim Material durch eine neue Gerätegeneration. “Wir haben geliefert”, sagte Urbon vor Investoren und Analysten. Die Ingenieure von SMA seien die besten der Welt, ihre Kompetenz einzigartig.

Entlassungen in Niestetal im Überblick:

* Forschung und Entwicklung schrumpft auf die Hälfte: von 1050 auf 550 Stellen.

* In der Produktion fallen 550, in der Verwaltung 280, im Vertrieb 190, im Service 80 und in anderen Bereichen 190 Stellen weg.

* Am Firmensitz werden insgesamt 1300 der 3100 Stellen gestrichen, die Hälfte der Management-Posten entfällt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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