"Hohes Zukunftspotenzial der Photovoltaik"

SMA-Chef Urbon: Kompletter Umbau des Unternehmens

Niestetal. Der Solartechnik-Hersteller SMA wird von der Krise in der Solarbranche voll erwischt. SMA-Chef Urbon will jetzt nicht weniger als einen kompletten Umbau des Solar-Wechselrichterherstellers erreichen. Nur so habe das Unternehmen eine Zukunft, sagt er.

SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon will den Solartechnikhersteller zum Energiemanagement-Unternehmen umbauen. "Es sind künftig andere Geschäftsmodelle gefordert. Entscheidend ist die Systemtechnik. Es geht darum, mehr Verbraucher und auch E-Mobilität mit dem Energiemanagement zu verknüpfen." Er sehe in der Weiterentwicklung des Energiemanagements von Geräten einen Weg aus der Krise der Solarbranche, sagte Urbon in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Niestetal.

SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon

Die derzeitige Krise der Solarbranche sei für eine junge Industrie nicht ungewöhnlich, sagte er. "Was wir sehen, ist ein massiver Rückgang der Nachfrage in Europa getrieben von Förderkürzungen." Viele Länder seien nicht mehr bereit oder wegen der Finanzkrise in der Lage, die Energiewende finanziell zu unterstützen.

Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei in Ländern wie Deutschland, Japan oder den USA zwar sehr hoch. "Die politische Unterstützung lässt in Europa aber deutlich nach." Dies sei ein Fehler, meinte Urbon. "Es geht darum, eine Zukunftsindustrie am Standort zu etablieren." Zur Anti-Dumping-Klage und mögliche Strafzölle auf chinesische Waren sagte Urbon, er wünsche sich vor allem eine schnelle Entscheidung. !Alles ist besser als völlige Unklarheit."

SMA erwartet positive Trends

Die Solarbrache gebe derzeit ein trauriges Bild ab, betonte er. "Wir sehen aber die positiven Megatrends, die auf uns zurollen. Neben dem Energiemanagement in den Industrieländern spielen in sonnenreichen Ländern in Asien oder Afrika vor allem Hybridanlagen eine große Rolle. Das ist eine bedeutende neue Kundengruppe für uns."

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Zudem würden Photovoltaik-Kosten weiter sinken und damit auch interessanter für andere Märkte. Auch die Übernahme des US-Wechselrichterhersteller Power-One durch den SchweizerEnergietechnikkonzern ABB sei ein positives Signal und zeige "das hohe Zukunftspotenzial der Photovoltaik". Er sehe SMA aber gerüstet, die Marktführerschaft auszubauen.

SMA Solar arbeitet derzeit an einem Baukastensystem, das dem in der Autoindustrie ähnelt: Es sollen in stärkerem Maße baugleiche Module in mehrere Produkte eingebaut werden. "Damit wollen wir Kosten deutlich reduzieren und das Innovationstempo erhöhen", sagte Urbon. Zudem will SMA künftig weniger Komponenten verbauen und ihre Funktionalität erhöhen. "Ein kleineres Gehäuse bringt auch weniger Kosten." Mit diesen Produkten sei ab Mitte 2014 zu rechnen.

Keine Stellungnahme zu Stellenabbau

Zum geplanten Stellenabbau, der durch die massiven Umsatzeinbußen droht, hatte sich Urbon im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa nicht geäußert. Wie unsere Zeitung diese Woche erfuhr, könnten 1000 Beschäftigte bei SMA ihre Jobs verlieren. Weltweit arbeiten derzeit 5500 Menschen bei SMA. Aus Gewerkschaftskreisen hieß es, ein Stellenabbau könne angesichts der Krise in der Branche notwendig sein, um nicht das gesamte Unternehmen SMA zu gefährden.

2012 musste der bis dahin erfolgsverwöhnte Wechselrichterhersteller wie erwartet einen Gewinneinbruch melden. Unter dem Strich blieben 75,1 Millionen Euro übrig, rund 55 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich um knapp 13 Prozent auf 1,46 Milliarden Euro. Für 2013 erwartet SMA im besten Fall ein ausgeglichenes Ergebnis. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei der Herstellung von Wechselrichtern. Diese wandeln Gleichstrom aus den Solarzellen in Wechselstrom und sind daher Kernstück einer Solaranlage. (dpa/bas)

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

1981: Die drei Elektroingenieure, Günther Cramer, Peter Drews und Reiner Wettlaufer, gründen ein Ingenieurbüro für Regelsysteme. SMA wird unter dem damaligen Namen SMA Regelsysteme als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet.
1981: Die drei Elektroingenieure, Günther Cramer, Peter Drews und Reiner Wettlaufer, gründen ein Ingenieurbüro für Regelsysteme. SMA wird unter dem damaligen Namen SMA Regelsysteme als Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) gegründet. © HNA/Archiv
1981: Die Erfolgsgeschichte von SMA begann mit sieben Mitarbeitern in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei in der Kasseler Kohlenstraße. Bereits im Jahr darauf zog das Unternehmen an den heutigen Firmensitz in Niestetal. Damals hieß die heutige SMA Solar Technology AG noch „System-, Mess- und Anlagentechnik Regelsysteme GmbH“.
1981: Die Erfolgsgeschichte von SMA begann mit sieben Mitarbeitern in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei in der Kasseler Kohlenstraße. Bereits im Jahr darauf zog das Unternehmen an den heutigen Firmensitz in Niestetal. Damals hieß die heutige SMA Solar Technology AG noch „System-, Mess- und Anlagentechnik Regelsysteme GmbH“. © HNA/Archiv
1998: An der firmeneigenen Photovoltaikanlage erläutert SMA-Geschäftsführer Peter Drews (links) dem hessischen CDU-Chef Roland Koch die Funktionsweise eines Solarwechselrichters. © HNA/Archiv
SMA-Geschäftsführer Günther Cramer (rechts) erläuterte Gerhard Schröder und Hessens Ministerpräsident Hans Eichel die Produktion des Wechselrichters "Sunny Boy". Ganz links Cramers Geschäftsführerkollege Peter Drews.
1998: SMA-Geschäftsführer Günther Cramer (rechts) erläuterte Gerhard Schröder und Hessens Ministerpräsident Hans Eichel die Produktion des Wechselrichters "Sunny Boy". Ganz links Cramers Geschäftsführerkollege Peter Drews. © HNA/Herzog
2000: Die erfolgreiche Internationalisierung der SMA mit der Gründung der SMA America beginnt. Die erste Auslandsgesellschaft residierte zunächst in einem Container in Kalifornien. Heute befindet sich der US-Firmensitz in einem repräsentativen Bürogebäude in der Stadt Rocklin.
2000: Die erfolgreiche Internationalisierung der SMA mit der Gründung der SMA America beginnt. Die erste Auslandsgesellschaft residierte zunächst in einem Container in Kalifornien. Heute befindet sich der US-Firmensitz in einem repräsentativen Bürogebäude in der Stadt Rocklin. © HNA
2001: Fototermin auf dem Niestetaler Firmengelände von SMA -  SPD-Spitzenkandidat Ullrich Meßmer (rechts) und SMA-Geschäftsführer Günther Cramer.
2001: Fototermin auf dem Niestetaler Firmengelände von SMA -  SPD-Spitzenkandidat Ullrich Meßmer (rechts) und SMA-Geschäftsführer Günther Cramer. © HNA/Koch
2004: SMA baut an - Spezialbaufacharbeiter Thomas Desort (rechts) am Theodolith gibt auf der Leiter Heiko Kastrop und Michael Kraft vor der Leiter Anweisungen.
2004: SMA baut an - Spezialbaufacharbeiter Thomas Desort gibt Anweisungen. © HNA/Socher
2005: Günther Cramer, Vorstand der Solartechnikfirma SMA in Niestetal, zeigt auf das größte Photovoltaikdach Hessens. Die als Hofüberspannung zwischen zwei Gebäuden errichtete Solaranlage kann 31 Vier-Personen-Haushalte das ganze Jahr über mit Strom versorgen.
2005: Günther Cramer, Vorstand der Solartechnikfirma SMA in Niestetal, zeigt auf das größte Photovoltaikdach Hessens. Die als Hofüberspannung zwischen zwei Gebäuden errichtete Solaranlage kann 31 Vier-Personen-Haushalte das ganze Jahr über mit Strom versorgen. © dpa
2005: Ein Mitarbeiter der Firma SMA überprüft die Produktion von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen. Mittlerweile zählt das Unternehmen 1000 Mitarbeiter. Die nordhessische Firma ist Weltmarktführer bei der Fertigung von Wechselrichtern.
2005: Ein Mitarbeiter der Firma SMA überprüft die Produktion von Wechselrichtern für Photovoltaikanlagen. Mittlerweile zählt das Unternehmen 1000 Mitarbeiter. Die nordhessische Firma ist Weltmarktführer bei der Fertigung von Wechselrichtern. © dpa
2005: Joschka Fischer beim Firmenrundgang im Solartechnik-Unternehmen SMA. Er besuchte das Unternehmen im Rahmen des landesweiten Wahlkampfauftakts der hessischen Grünen.
2005: Joschka Fischer beim Firmenrundgang im Solartechnik-Unternehmen SMA. Er besuchte das Unternehmen im Rahmen des landesweiten Wahlkampfauftakts der hessischen Grünen. © dpa
2006: SMA baut Inselstromanlagen in China. Die Wechselrichter werden mit dem Esel transportiert.
2006: SMA baut Inselstromanlagen in China. Die Wechselrichter werden mit dem Esel transportiert. © HNA/Archiv
2008: SMA geht an die Börse. Günther Cramer (rechts), Vorstandssprecher der SMA Solar Technology AG, läutet beim Börsengang des Unternehmens im Handelssaal der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main im Beisein seiner Vorstandskollegen (links nach rechts) Reiner Wettlaufer (Finanzen), Peter Drews (Operatives Geschäft) und Pierre-Pascal Urbon (Marketing und Vertrieb) die Börsenglocke.
2008: SMA geht an die Börse. Günther Cramer (rechts), Vorstandssprecher der SMA Solar Technology AG, läutet beim Börsengang des Unternehmens im Handelssaal der Wertpapierbörse in Frankfurt am Main im Beisein seiner Vorstandskollegen (links nach rechts) Reiner Wettlaufer (Finanzen), Peter Drews (Operatives Geschäft) und Pierre-Pascal Urbon (Marketing und Vertrieb) die Börsenglocke. © dpa
2008: Die Baustelle von SMA aus der Luft. Ein großer Neubau entsteht.
2008: Die Baustelle von SMA aus der Luft. Ein großer Neubau entsteht. © HNA/Herzog
2009: Die neue Produktionsanlage des Solartechnikherstellers SMA in Kassel. Es ist die nach Firmenangaben größte Fabrik der Welt für Wechselrichter an Solaranlagen. In der 18 500 Quadratmeter großen und 45 Millionen Euro teuren Halle sollen jedes Jahr Wechselrichter mit einer Produktionsleistung von vier Gigawatt für den Weltmarkt entstehen.
2009: Die neue Produktionsanlage des Solartechnikherstellers SMA in Kassel. Es ist die nach Firmenangaben größte Fabrik der Welt für Wechselrichter an Solaranlagen. In der 18 500 Quadratmeter großen und 45 Millionen Euro teuren Halle sollen jedes Jahr Wechselrichter mit einer Produktionsleistung von vier Gigawatt für den Weltmarkt entstehen. © dpa
2010: 2010 ist ein Solarboomjahr: Das Unternehmen setzt 1,92 Milliarden Euro um und verdient unterm Strich 365 Millionen Euro – eine Million am Tag. © Schindler
2011: Pierre-Pascal Urbon soll Vorstandssprecher Günther Cramer im Amt folgen.
2011: Pierre-Pascal Urbon soll Vorstandssprecher Günther Cramer im Amt folgen. © HNA
2011: Die Baustelle des Solartechnikherstellers SMA. Das Unternehmen will das neue Repair- und Logistikcenter, das am nördlichen Stadtrand an der Autobahn angesiedelt wird, Ende des Jahres in Betrieb nehmen.
2011: Die Baustelle des Solartechnikherstellers SMA. Das Unternehmen will das neue Repair- und Logistikcenter, das am nördlichen Stadtrand an der Autobahn angesiedelt wird, Ende des Jahres in Betrieb nehmen. © dpa
2012: SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon gibt am 18. Oktober bekannt, sich von 600 Zeitarbeitern zu trennen sowie weltweit 450 der 5700 Stellen abzubauen.
2012: SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon gibt am 18. Oktober bekannt, sich von 600 Zeitarbeitern zu trennen sowie weltweit 450 der 5700 Stellen abzubauen. © dpa
Zum Jahresende kündigt der Kasseler Personaldienstleister Team-Time GmbH die langjährige Zusammenarbeit mit  SMA. Team-Time-Chefin Ute Urbon nennt als Grund gesundheitliche Probleme. Die 45-Jährige ist mit SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon verheiratet. SMA war Hauptkunde von Team-Time. Zukünftig holt der Wechselrichterriese seine Leiharbeiter von dem Bielefelder Personaldienstleister Piening. Auch Piening- und SMA-Mitarbeiter sind verheiratet. Das sorgt für Spekulationen über Vetternwirtschaft bei SMA.
Zum Jahresende kündigt der Kasseler Personaldienstleister Team-Time GmbH die langjährige Zusammenarbeit mit SMA. Team-Time-Chefin Ute Urbon nennt als Grund gesundheitliche Probleme. Die 45-Jährige ist mit SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon verheiratet. SMA war Hauptkunde von Team-Time. Zukünftig holt der Wechselrichterriese seine Leiharbeiter von dem Bielefelder Personaldienstleister Piening. Auch Piening- und SMA-Mitarbeiter sind verheiratet. Das sorgt für Spekulationen über Vetternwirtschaft bei SMA. © dpa
2012: Mitte November gärt der Verdacht über Mauscheleien bei SMA weiter. Diesmal gerät eine langjärhige Betriebsrätin in den Fokus. Sie soll neben ihrer Tätigkeit bei SMA im Vorstand eines Logistikunternehmens sitzen, das regelmäßig Aufträge von SMA bekommt. Vorstand und Betriebsrat lehnten eine Stellungnahme zu dem Thema ab.
2012: Mitte November gärt der Verdacht über Mauscheleien bei SMA weiter. Diesmal gerät eine langjährige Betriebsrätin in den Fokus. Sie soll neben ihrer Tätigkeit bei SMA im Vorstand eines Logistikunternehmens sitzen, das regelmäßig Aufträge von SMA bekommt. Vorstand und Betriebsrat lehnten eine Stellungnahme zu dem Thema ab. © dpa
2012: Auf dem Heimatmarkt hat SMA schwer zu kämpfen. Das Unternehmen sucht das Heil daher in der Erweiterung. Mit Produkten der Niestetaler soll künfig auch in Südafrika und Chile Strom gemacht werden. Außerdem kauft SMA 72,5 Prozent seines chinesischen Konkurrenten Jiangsu Zeversolar New Energy Co. 
2012: Auf dem Heimatmarkt hat SMA schwer zu kämpfen. Das Unternehmen sucht das Heil daher in der Erweiterung. Mit Produkten der Niestetaler soll künfig auch in Südafrika und Chile Strom gemacht werden. Außerdem kauft SMA 72,5 Prozent seines chinesischen Konkurrenten Jiangsu Zeversolar New Energy Co.  © SMA
2013: Die Krise bei SMA schlägt voll auf die Finanzen von Niestetal durch: Für das laufende Jahr erwartet die Gemeinde nur Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von insgesamt 2,2 Mio. Euro. Im Boom-Jahr 2010 hatte der hohe Gewinn des Solartechnikherstellers noch 38 Mio. Euro in die Gemeindekasse gespült. Die Folgen des Absturzes sind dramatisch: Für 2013 rechnet Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) mit einem Fehlbetrag von 5,7 Mio. Euro.
2013: Die Krise bei SMA schlägt voll auf die Finanzen von Niestetal durch: Für das laufende Jahr erwartet die Gemeinde nur Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von insgesamt 2,2 Mio. Euro. Im Boom-Jahr 2010 hatte der hohe Gewinn des Solartechnikherstellers noch 38 Mio. Euro in die Gemeindekasse gespült. Die Folgen des Absturzes sind dramatisch: Für 2013 rechnet Bürgermeister Andreas Siebert (SPD) mit einem Fehlbetrag von 5,7 Mio. Euro. © HNA
2013: SMA will sich gesund schrumpfen. Um die 1000 Jobs stehen auf der Kippe. Selbst der Betriebsrat will sich dem nicht entgegenstellen. Er will allerdings drauf achten, dass so wenig Mitarbeiter wie möglich gehen müssen.
2013: SMA will sich gesund schrumpfen. Um die 1000 Jobs stehen auf der Kippe. Selbst der Betriebsrat will sich dem nicht entgegenstellen. Er will allerdings drauf achten, dass so wenig Mitarbeiter wie möglich gehen müssen. © dpa
2013: Im Mai wird das Smart-Home-System von SMA mit dem Hessischen Staatspreis für Energie-Informations-Kommunikations-Technik ausgezeichnet. Mit dem System können Privatkunden selbst produzierten Solarstrom direkt im Haushalt verbrauchen.
2013: Im Mai wird das Smart-Home-System von SMA mit dem Hessischen Staatspreis für Energie-Informations-Kommunikations-Technik ausgezeichnet. Mit dem System können Privatkunden selbst produzierten Solarstrom direkt im Haushalt verbrauchen. © SMA
Mai 2013: Als Weg aus der Krise will SMA-Chef Pierre-Pascal Urbon den Solartechnikhersteller zum Energiemanagement-Unternehmen umbauen. Er sehe in der Weiterentwicklung des Energiemanagements von Geräten einen Weg aus der Krise der Solarbranche. SMA Solar arbeite an einem Baukastensystem, das dem in der Autoindustrie ähnelt. Damit sollen Kosten reduziert und das Innovationstempo erhöht werden. © picture alliance / dpa
2014: Die Talfahrt des Niestetaler Solartechnik-Produzenten SMA hält an: In den ersten neun Monaten des Jahres brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22,5 Prozent auf 549,3 Millionen Euro ein. © dpa
2014: Anfang Dezember fällt die SMA-Aktie so tief wie noch nie: Das Unternehmen hat zum zweiten Mal in 2014 seine Umsatz- und Ergebnisprognose nach unten korrigiert. Der Wechselrichter-Hersteller rechnet mit einem Verlust von bis zu 115 Mio. Euro. Die SMA-Aktie brach daraufhin um gut 23 Prozent auf ein neues Tief von 15,36 Euro ein. © dpa
2015: SMA hat einen neuen Vertriebsvorstand. Martin Kinne organisiert ab Januar den weltweiten Verkauf und Service. Er löst in dieser Funktion Pierre-Pascal Urbon ab, der dieses Mandat als Vorstandssprecher seit Juni 2014 kommissarisch ausübte. © hna.de
2015: Der SMA-Mitbegründer, Aufsichtsratsvorsitzende und langjährige Vorstandssprecher Günther Cramer ist tot. Er starb am 6. Januar nach einer schweren Krebserkrankung nur drei Wochen nach seinem 62. Geburtstag. Cramer war Elektro-Ingenieur und einer der Wegbereiter der Energiewende. © HNA
2015: SMA gibt im Januar bekannt, dass 1600 der fast 4700 Stellen abgebaut werden sollen, davon 1300 in Deutschland. Vor allem Kassel und Niestetal werden betroffen sein. Grund dafür ist der dramatische Absatzeinbruch von 932 Millionen Euro im Jahr 2013 auf 790 Millionen Euro in 2014. © Uwe Zucchi

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