Wechselrichter-Reparatur und -Produktion

SMA-Servicezentrum: Flaggschiff am Sandershäuser Berg

Niestetal. Zeit ist Geld, das weiß man auch bei der Niestetaler Solarfirma SMA. Wenn ein Wechselrichter defekt ist, produziert die Solaranlage keinen Strom und wirft auch kein Geld ab. 1000 Mitarbeiter kümmern sich im Servicezentrum am Sandershäuser Berg daher um schnelle Reperaturen.

SMA garantiert: Innerhalb von 24 Stunden erhält deutschlandweit jeder Kunde für ein defektes Gerät einen neuen Wechselrichter geliefert; im weltweiten Austausch beträgt die Spanne 48 Stunden.

Auch um dies sicherzustellen, wurde das neue SMA-Servicezentrum am Sandershäuser Berg direkt neben der A7 errichtet. Seit Mai ist es in Betrieb, jetzt sind die letzten der knapp 1000 Mitarbeiter in die riesige Halle eingezogen. Sie erstreckt sich über 24 500 Quadratmeter – das entspricht der Größe von drei Fußballfeldern.

An der Stirnseite der Halle werden die defekten Wechselrichter per Lkw angeliefert. Sie kommen zunächst in eine vollautomatische Waschstraße. Danach werden die Geräte analysiert: Welche Funktionen sind gestört, welche Bauteile kaputt? An 18 Montageplätzen werden die defekten Baugruppen ausgetauscht. Auch die neueste Software wird aufgespielt.

100 Geräte pro Tag

Die reparierten Geräte werden anschließend umfassend getestet. Die Tests unterliegen denselben Kriterien wie Neugeräte. Im hinteren Bereich der Halle werden die Austauschgeräte für den Versand vorbereitet und in Lastwagen gepackt. Nach einem Tag sind die reparierten Wechselrichter wieder einsatzbereit, etwa 100 Geräte können pro Tag instand gesetzt werden.

In dem gesamten Gebäude wird großer Wert auf Sauberkeit gelegt. Weite Bereiche dürfen nur in spezieller Schutzkleidung betreten werden, um die empfindlichen Bauteile nicht durch elektrische Entladung zu schädigen.

Die Halle wurde so gebaut, dass möglichst wenig Energie verbraucht wird, erläutert Norbert Kossmann, bei SMA für die Gebäude verantwortlich. Das Sheddach lässt von Norden Tageslicht ins Innere, auf der Südseite fängt es Sonnenlicht zur Stromproduktion ein. Die Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat eine Maximalleistung von 920 kWp – genug für 240 durchschnittliche Haushalte. Zur Stromversorgung der SMA-Halle reicht dies nicht aus; für eine nachhaltige Energiebilanz werde sich SMA daher auch an Windkraftprojekten in der Umgebung beteiligen, sagt Kossmann.

Wände und Dach der Halle sind aus Holz gefertigt, die verkleidet wurden und sich so in modernem Gewand präsentieren. Laut Kossmann handelt es sich um das größte Industrieholzbauwerk in Hessen. Das Gebäude wurde 2011 mit dem Hessischen Holzbaupreis ausgezeichnet.

Bilder vom Servicezentrum

SMA-Servicezentrum auf dem Sandershäuser Berg

Die Halle wurde in Zusammenarbeit mit der Lohfeldener Firma Isofloc massiv mit Zellulose gedämmt; die Solaranlage wurde von der Kaufunger Firma Stiens errichtet.

Von Holger Schindler

Stichwort

In der neuen SMA-Halle auf dem Sandershäuser Berg sind 1000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gebäude ist in zwei Bereiche untergliedert. Im Servicebereich werden defekte Wechselrichter repariert, 325 Mitarbeiter sind hiermit befasst. In einem zweiten Hallenabschnitt wird der Sunny Tripower produziert – ein Wechselrichter für große Gewerbeanlagen der Megawattklasse. 600 Beschäftigte arbeiten in diesem Bereich. Hinzu kommen Bürokräfte in beiden Bereichen. (hog)

Hintergrund:

SMA hält auf dem Sandershäuser Berg Erweiterungsflächen von 15 Hektar bereit. Die dort geplanten Bauten liegen laut dem SMA-Immobilienverantwortlichen Norbert Kossmann allerdings zurzeit auf Eis. Man warte zunächst ab, bis sich bei der Entwicklung des Solarmarkts eine klare Richtung abzeichne, sagt er. Erst wenn der künftige Bedarf feststehe, werde man hier weiterbauen. Betroffen sind ein geplantes Bürogebäude direkt neben dem neuen Servicezentrum und eine weitere Produktionshalle. SMA investiert im Jahr 2012 nach eigenen Angaben weltweit 130 Millionen Euro. Allein das Servicezentrum auf dem Sandershäuser Berg kostete 53 Mio. Euro. (hog)

 

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