Quartal: Umsatz um 45 Prozent gesunken

Solartechniker SMA macht 16 Millionen Euro Verlust

Niestetal / Kassel. Preisdruck und sinkende Nachfrage setzen dem nordhessischen Solarspezialisten SMA weiter zu. In den vergangenen sechs Monaten sackte der Umsatz um 45 Prozent auf 461,5 Millionen Euro ab.

Mehr als zwei Drittel des Geldes stammen inzwischen aus dem Ausland.

Nur wenn man Zinsen, Steuern und Abschreibungen herausrechnet, rettete SMA im ersten Halbjahr 2013 noch einen Gewinn. Mit 14,2 Millionen Euro erreichte dieser aber nur einen Bruchteil des Vorjahreswerts von 114,2 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern wuchs der Verlust nach den gestern vorgelegten Zahlen auf 23,2 Millionen Euro. Unterm Strich stand ein Minus von 16,2 Millionen Euro. Dabei schlagen 15 Millionen Euro zu Buche, die für Abfindungen und eine Transfergesellschaft reserviert wurden: SMA will sich von 800 Mitarbeitern trennen, hauptsächlich in Deutschland.

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Bis Ende Juni baute SMA Wechselrichter, die zusammen 2,5 Gigawatt Solarstrom netztauglich umwandeln können, das ist ein Rückgang um 38 Prozent. Auch auf dem Heimatmarkt Deutschland, der für ein Drittel des Umsatzes steht, musste SMA Federn lassen. Gut lief das Geschäft hingegen in den USA, Japan, Australien und Thailand.

Zuletzt aktualisiert um 19.40 Uhr

An der Voraussage, das laufende Jahr bestenfalls ohne Verlust zu beenden, hält das Unternehmen fest. Doch „der Wettbewerb wird sich beschleunigen“, sagte SMA-Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon. Für SMA heißt die Strategie: neue Produkte, Kosten runter, Produktivität rauf, weitere Standbeine im Ausland. Die Chinatochter Zeversolar, die den Nordhessen die Tür zu dem rasant wachsenden Fernostmarkt öffnen soll, wird jedoch frühestens 2014 Gewinn abwerfen.

Fotos: SMA, die Unternehmensgeschichte in Bildern

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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