Riesige Anlage am Sandershäuser Berg

Wachposten und keine Auskünfte: SMA behandelt neuen Solarpark wie Geheimsache

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Sonnenfänger am Sandershäuser Berg: Die ersten Module der SMA-Freilandanlage wurden bereits installiert.

Niestetal. Der Solartechnikhersteller SMA aus Niestetal verweigert jede Auskunft zu seiner riesigen Freilandanlage, die zurzeit am Sandershäuser Berg entsteht.

Es sind unzählige Stahlpfosten, die Arbeiter derzeit auf einer früheren Ackerfläche am Sandershäuser Berg in den Boden rammen. Am südlichen Rand des Niestetaler Gewerbegebiets entsteht ein großer Solarpark, die ersten Module wurden bereits auf der Trägerkonstruktion befestigt.

Die Freiland-Fotovoltaikanlage ist die fünfte ihrer Art im Altkreis Kassel - und offenbar eine Art Geheimsache. Obwohl die Konstruktion weithin sichtbar ist, macht der Solartechnikhersteller SMA als Investor keinerlei Angaben zu dem Projekt. Auf HNA-Anfrage lehnte eine Unternehmenssprecherin jegliche Auskünfte zu der Freilandanlage ab.

Auch an der Baustelle selbst bleibt unklar, wer auf dem speziell für Solaranlagen vorgesehenen Areal in Sichtweite des SMA-Servicecenters baut. Eine Informationstafel, sonst üblich bei Projekten dieser Größenordnung, fehlt.

Wer sich der Baustelle nähert, muss damit rechnen, es mit Sicherheitspersonal zu tun zu bekommen. Als die HNA am Dienstagabend die Baustelle fotografiert, versucht ein Wachmann dies zu verhindern. „Der Investor wünscht nicht, dass hier fotografiert wird“, sagt der Mann, der in einem Kastenwagen sitzend von der Hermann-Scheer-Straße aus die Baustelle überwacht. Nach einer kurzen Diskussion räumt der Wachmann allerdings ein, dass die Baustelle von öffentlichem Grund und Boden aus selbstverständlich fotografiert werden kann. Die Annäherung der Presse werde er allerdings in seinem „Wachbuch“ vermerken.

Fest steht: SMA überbaut eine 4,2 Hektar große Fläche mit den Sonnenfängern. Dies entspricht der Größe von sechs Fußballfeldern. Mangels Angaben von SMA kann über Details der Anlage nur spekuliert werden. Fakt ist: Der neue Solarpark ist gut viermal so groß wie jener, den die Städtischen Werke Kassel seit gut anderthalb Jahren auf der anderen Seite der Hermann-Scheer-Straße betreiben. Der ein Hektar große Solarpark des kommunalen Unternehmens hat eine Spitzenleistung von 800 Kilowatt. 200 Haushalte können mit der dort erzeugten Energie versorgt werden. Zu lesen ist dies übrigens auch auf einer Informationstafel, die am Rande des eingezäunten Geländes steht.

Von der neuen SMA-Freilandanlage profitiert auch die Gemeinde Niestetal: Sie hat das Land nach Auskunft von Verwaltungssprecherin Marina Gottschling über die Hessische Landgesellschaft an den Solartechnikhersteller verpachtet.

Von Peter Ketteritzsch

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