Erstes Land mit 100 Prozent Sonnenenergie

SMA-Strom für Südseestaat Tokelau

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Einweihungsfeier unter Palmen am Pazifik: Die 1400 Einwohner des winzigen Inselstaats haben ihren Strom bisher mit Dieselgeneratoren erzeugt. Mit Wechselrichtern von SMA entstand nun ein Inselstromnetz mit einer Gesamtleistung von 1 Megawatt aus Sonnenenergie.

Kassel / Niestetal. Der Niestetaler Solartechnik-Hersteller SMA hat es möglich gemacht, dass ein kompletter Inselstaat in der Südsee seine Energieversorgung zu 100 Prozent aus Sonnenenergie decken kann. Tokelau ist das erste Land der Welt, in dem dies verwirklicht wurde.

Der Kleinststaat mit 1411 Einwohnern besteht aus drei Atollen und ist nördlich von Samoa im Pazifik gelegen.

Bislang deckten die Insulaner ihren Strombedarf mit Dieselgeneratoren, die jeden Tag bis zu 200 Liter Brennstoff verbrauchten. Mit der Technologie von SMA steht nun kostenlos mehr Energie zur Verfügung, als in ganz Tokelau benötigt wird.

SMA im Regiowiki

Auch für das Niestetaler Unternehmen ist das Projekt ein Meilenstein. Jedes einzelne der drei Fotovoltaik-Systeme auf den Atollen sei größer als alle bisher bestehenden Anlagen, die mit Wechselrichtern des Typs „Sunny Island“ betrieben werden, teilte SMA mit. Die Gesamtanlage mit einer Leistung von 1 Megawatt sei das größte Inselnetzsystem der Welt.

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Für die Solarstromversorgung, die seit Frühsommer von einem neuseeländischen Unternehmen aufgebaut wurde, hat SMA 93 Sunny-Island-Wechselrichter geliefert, die die auf den drei Atollen installierten Inselnetzsysteme steuern. Hinzu kamen 205 Wechselrichter „Sunny Boy“, die den Gleichstrom aus über 4000 Fotovoltaik-Modulen in Wechselstrom für den Betrieb elektrischer Geräte umwandeln. Ein Mitarbeiter von SMA Australia verbrachte einen Monat auf den Atollen Atafu, Nukunonu und Fakaofo, um die Bewohner zu unterstützen und für den Anlagenbetrieb zu schulen. Ende Oktober wurde das System im Beisein von führenden Persönlichkeiten des Südseestaates in Betrieb genommen.

Joe Suveinakama, Leiter der Regierungsbehörde mit Sitz in Apia (Samoa), sprach von einem großen Erfolg: „Auf diese Errungenschaft sind wir als Volk sehr stolz.“ Nachdem sich Tokelau aus der Abhängigkeit fossiler Brennstoffe befreit hatte, kann das kleine Land zunächst die Kredite zurückzahlen, die ihm für den Aufbau des Projekts gewährt wurden. Die eingesparten Dieselkosten will Tokelau aber auch für dringende Aufgaben im Bereich Gesundheit und Bildung einsetzen. Tokelau ist zwar ein eigener Staat, aber von Neuseeland abhängig. Formelles Staatsoberhaupt ist Großbritanniens Königin Elisabeth II.

Von Axel Schwarz

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