Rundweg-Stationen sind nun per QR-Code abrufbar – Auch mit Gebärdensprache

Smart auf Holles Spuren

Mit dem Smartphone unterwegs: Gebärdensprachdolmetscherin Katarina Klante (von links), Andreas Karnebogen vom Büro für Tourismus und Webdesigner Patrick Volland haben den Frau-Holle-Rundweg digitalisiert und auch für taubstumme Menschen zugänglich gemacht. Foto: Geier

Hessisch Lichtenau. Den Frau-Holle-Rundweg gibt es seit etwas mehr als zwei Jahren, jetzt wird er aber für Smartphone-Nutzer interessanter. Alle zwölf Stationen wurden überarbeitet und die Schilder mit QR-Codes ausgestattet. Besucher der Altstadt und des Rundwegs müssen jetzt nur noch ihr Smartphone zücken, den Code scannen und schon wird ein Video aufgerufen, das die Station erläutert.

Heidi Barth, Bernd Quittkat, Silvia Schaaf-Dormeier und Anne Huck als neue Frau Holle sind auf den Videos zu sehen. Die Idee mit dem digitalen Sprecher hatte Andreas Karnebogen vom Büro für Tourismus der Stadt Hessisch Lichtenau. Zu oft habe er schon kleinere Gruppen gesehen, die sich spontan dafür entschieden den kurzen Rundwanderweg abzulaufen. „Jetzt muss man nur sein Smartphone dabei haben und bekommt alle Informationen digital erzählt“, berichtete Karnebogen. Bei der Umsetzung wurde er vom Webdesigner Patrick Volland unterstützt.

Als zusätzliches Plus wurde der Weg ebenfalls für Gehörlose zugänglich. Die Gebärdensprachdolmetscherin Katarina Klante ist auf diesen Videos zu sehen. Birgit und Daniel Siebert, gehörloses Ehepaar aus Velmeden, gaben dem Projekt bei der Vorstellung am Donnerstagabend einen hohen Stellenwert. Für die Gehörlosen sei es ein Stück mehr Freiheit, da die Stationen sowohl jederzeit zugänglich seien als auch kostenlos, so Daniel Siebert. Viele Gehörlose verfügten über ein Smartphone, denn sie nutzten den Videoanruf oder Nachrichtenapplikationen.

Führungen für Gehörlose

Das Projekt wurde durch die Kulturfördergemeinschaft und die Aktion für behinderte Menschen Hessen gefördert. Bürgermeister Jürgen Herwig schätzte das Projekt hoch ein. „Damit haben wir viel geschafft und ein Einzelstellungsmerkmal für die Frau-Holle-Stadt geschaffen.“ Andreas Karnebogen spielt auch jetzt schon mit der Idee eines Upgrades in englischer und holländischer Sprache. Vorher will man aber beobachten wie es von Besuchern angenommen wird. Außerdem plant die Stadt, in Zusammenarbeit mit dem Ehepaar Siebert, Führungen in Gebärdensprache anzubieten. (zge)

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