Jubiläumsfest zum 100. Jahrestag der Inbetriebnahme - Film und Buch erinnern an historische Verbindung

Söhrebahn fährt im Herzen weiter

Wie 1966: Musiker des Traditionsspielmannszuges begleiten einen Personenzug der Söhrebahn am Modell von Herbert Credé (rechts) auf seiner letzten Fahrt. Mit auf dem Bild sind Gerhard Werner (von links), der ehemalige Lokomotivführer Rudi Mendel (73) und der frühere Eisenbahn-Hauptsekretär Albert Werner (78). Fotos:  Wohlgehagen

Söhrewald. „Die Erinnerung an die gute, alte Söhrebahn wird bestehen bleiben.“ Mit diesem Satz schließt der Film von Dr. Rainer Hobein über die vor 100 Jahren aufgenommene Bahnverbindung von Wellerode nach Kassel-Bettenhausen, an die der Geschichtskreis am Wochenende mit einer viel beachteten, dreitägigen Jubiläumsveranstaltung erinnerte.

Das Filmdokument und ein 90 Seiten starker Bildband, mit dem Michael Bismarck sich auf Spurensuche begab, standen im Mittelpunkt der Auftaktveranstaltung. Wie die Personen- und Güterzüge bis 1966/70 durch die Söhre dampften, zeigte Hobbybastler Herbert Credé an einem 13 Meter langen Miniatur-Modell im Dorfgemeinschaftshaus, dem ehemaligen Bahnhof „Wellerode-Wald“.

Der Saal in der nostalgischen Gaststätte „Zur Söhrebahn“ reichte kaum aus, um alle Besucher aufzunehmen. Aus Luxemburg reiste Marlies Pöhle an, die Tochter des ehemaligen Söhrebahn-Direktors Dr. Herbert Müller. Sie wurde vom Vorsitzenden des Geschichtskreises, Gerhard Werner, besonders begrüßt. Auch Willi Röhrig war da. Er hatte 1970 in verantwortlicher Position dafür gesorgt, dass alle Mitarbeiter der Söhrebahn bei der Einstellung des Betriebes von der Deutschen Bundesbahn übernommen wurden.

„Die Söhrebahn fährt in den Herzen vieler Söhrewälder weiter“, sagte Bürgermeister Michael Steisel. Er unterstrich die wirtschaftliche Bedeutung der Verbindung für den Transport von Basalt, Kohle und Holz. Die Bahnlinie habe die Menschen aber auch näher an Kassel heranrücken lassen, sagte Steisel.

In dem historischen Film sahen sich viele Besucher an den alten Bahnhöfen oder bei Jubiläumsfahrten auf der romantischen Strecke als Kinder wieder. Zeitzeugen wie Heinz Wendel steuerten Anekdoten bei. Wie die Geschichte über vier Teenager, die einen Rollwagen der Gleisrotte entwendeten, um preiswert nach Kassel ins Kino zu kommen. Der Ausflug endete in Lohfelden. Als Strafe mussten die Jungs den mit Eisenbahnern beschwerten Rollwagen zurück nach Wellerode schieben.

Das Buch von Bismarck enthält viele historische Dokumente, Bilder und Berichte von Zeitzeugen. Einen ebenfalls hohen Erinnerungswert haben die vielen Fotos, die der Geschichtskreis präsentierte. Alle historischen Dokumente und Herbert Credés Miniatur-Nachbau belegen, dass mit der Söhrebahn 1970 ein Stück Heimat- und Eisenbahngeschichte der Region unwiderruflich zu Ende gegangen ist. (ppw) Infos: Geschichtskreis Söhrewald, Tel.: 0 56 08/21 49

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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