Basalt AG baut Mischanlage in Wattenbach

Asphalt kommt bald vom Ölberg in Wattenbach

Produktion von Basalt und Asphalt: Hochwertiger Basalt befindet sich am Ölberg in Wattenbach im Boden. Aus dem Felsgestein werden in der Aufbereitungsanlage (Foto) Basaltsteine und Kies gewonnen. In der neuen Mischanlage (blau) soll unter Zugabe von Bitumen Asphalt hergestellt werden. Foto: Basalt AG/Montage: HNA

Söhrewald. Die Basalt AG (BAG, Erfurt) baut in ihrem Steinbruch am Ölberg in Wattenbach eine Asphaltmischanlage. Die 5 Millionen Euro teure Anlage ist fast fertig und soll im September in Betrieb gehen. Mit dem Asphalt will die BAG unter anderem die A 44-Baustellen im Lossetal beliefern.

Bei manchem in Söhrewald stößt das Projekt auf Kritik. Befürchtet wird eine starke Zunahme des Schwerverkehrs in den umliegenden Dörfern. Auch die angeblich geringen Gewerbesteuerzahlungen – genaue Zahlen werden wegen des Steuergeheimnisses nicht veröffentlicht – an die hochverschuldete Gemeinde Söhrewald sorgen vor Ort für Unverständnis.

150 000 Tonnen im Jahr

BAG-Niederlassungsleiter Stefan Rüppel weist die Kritik zurück: Mehr Verkehr werde es durch die Mischanlage nicht geben; zu den Gewerbesteuerzahlungen äußere man sich nicht.

In dem Steinbruch hatte es bereits früher eine Asphaltmischanlage gegeben, sie wurde jedoch, weil völlig marode, um die Jahrtausendwende abgebaut.

Nun wird eine Anlage nach dem neuesten Stand der Technik errichtet: 40 Meter hoch, 50 Meter lang. Computergesteuert soll sie bis zu 280 Tonnen Asphalt pro Stunde produzieren, maximal 150 000 Tonnen pro Jahr.

Drei Arbeitsplätze werden am Ölberg neu geschaffen, insgesamt 24 Mitarbeiter werden hier künftig arbeiten.

„Das Projekt ist ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll“, sagt der BAG-Sprecher. Bisher müsse man den Basalt zur Asphaltherstellung in die eigene Mischanlage im Gewerbegebiet Waldau oder zu anderen Werken fahren. Diese Fahrten fielen künftig weg. Der Asphalt werde jetzt ohne Transportwege am Ölberg aus dem dort gebrochenen Material hergestellt.

Statt Basalt werde von den Lkw dann Asphalt durch die Anliegergemeinden Wattenbach und Quentel gefahren. Die Zahl der Fahrten ändere sich dadurch also nicht. Lediglich Bitumen als Bindemittel bei der Asphaltherstellung müsse zusätzlich zum Ölberg gebracht werden; bei voller Auslastung des Werks seien dies 2500 Tonnen im Jahr, durchschnittlich ein Lastwagen am Tag, sagt Rüppel.

Für den Bau der Anlage hat die BAG eine vorläufige Genehmigung des Regierungspräsidiums erhalten. In Betrieb gehen dürfe sie allerdings erst, wenn die Genehmigung nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) vorliege, sagt Michael Conrad als Sprecher der Genehmigungsbehörde Regierungspräsidium Kassel. „Die Genehmigung ist in Arbeit. Wir gehen davon aus, dass sie noch im August fertig ist.“

Von Holger Schindler

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.