Experten gehen Ursache für Störfall auf den Grund

Nach Blitzeinschlag in Windrad in der Söhre: Alle drei Flügel werden abgebaut

Söhrewald. Nach dem Blitzeinschlag in eine der fünf Windkraftanlagen in der Söhre Anfang des Jahres werden alle drei Flügel der betroffenen Anlage abmontiert. Das bestätigte Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke Kassel, am Montag auf HNA-Anfrage.

Es werde geprüft, „ob die beiden anderen Flügel in Ordnung sind.“ Wie berichtet, hatte ein Blitz die Spitze eines Flügels auf einer Länge von rund drei Metern abgesprengt. Der Frage, warum der Flügel trotz Blitzschutzanlage schwer beschädigt wurde, gehen zurzeit Gutachter auf den Grund. Sie wurden unabhängig voneinander vom Windpark-Betreiber Städtische Werke und dem Anlagenhersteller Vestas beauftragt.

Die Gutachter gehen auch der Frage nach, warum sich die Flügel nach der Beschädigung weiterdrehten, obwohl derartige Anlagen über eine Abschaltautomatik verfügen. Der Kasseler CDU-Politiker Gerhard Rinder hatte sich nach dem Störfall in einem Brief an das Regierungspräsidium gewandt, das für die Betriebserlaubnis der Anlagen zuständig ist. „Nach meinem Technikverständnis hat die Windkraftanlage ihren Probebetrieb nicht bestanden und muss nachgebessert werden“, schrieb Rinder Ende Januar an Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke (CDU).

Lübcke reagierte in der vergangenen Woche schriftlich. Nach der Demontage der drei Rotorblätter werde es eine „eingehende Untersuchung aller Anlagenteile“ geben, heißt es in dem Schreiben des Behördenchefs. Wann die Untersuchung über die Bühne gehen wird, ist allerdings noch nicht klar.

Nach Auskunft von Werke-Sprecher Pijanka lassen die Windverhältnisse zurzeit den Aufbau des riesigen Spezialkrans und die Demontage der drei Flügel nicht zu. Die defekte Anlage am Warpel steht zurzeit still, die vier weiteren Windräder sind in Betrieb. Ersatz für den beschädigten Flügel liegt laut Pijanka bereit.

Rubriklistenbild: © Archiv HNA/ Schachtschneider

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