Zwei Rotorenblätter sollen abgebrochen gewesen sein

Falschmeldung: 40 Einsatzkräfte suchten Windrad bei Fuldabrück

Unwetterschaden: Unser Bild zeigt den Blitzeinschlag am 5. Dezember 2013 im Windpark Warpel in der Söhre, bei dem ein Rotor zerstört wurde. Archivfoto:  Schachtschneider

Fuldabrück/Söhrewald. Autofahrer meldete angeblichen Schaden am Rotor - Feuerwehr Söhrewald und Polizei rückten aus

Nach dem heftigen Unwetter am Sonntagabend hat ein Autofahrer mit einer Falschmeldung die Freiwillige Feuerwehr Söhrewald, die Polizei, die Städtischen Werke und einen Windkraftbetreiber am Montagvormittag auf Trab gehalten.

Gegen 8.40 Uhr ging ein Anruf in der HNA-Lokalredaktion ein: Angeblich sollte eines der Windräder auf dem Warpel in der Söhre bei Fuldabrück durch einen Blitzeinschlag schwer beschädigt worden sein. Zwei Rotorenblätter seien abgebrochen und ein drittes drohe jeden Moment herabzustürzen. Der Anrufer war mit seinem Auto auf der Autobahn 7 in Richtung Melsungen unterwegs, als er den Unwetterschaden entdeckt haben wollte.

Da gut eineinhalb Jahre zuvor bei einem heftigen Unwetter tatsächlich ein Blitz im Windpark auf der Warpel eingeschlagen war, gingen sofort alle Alarmglocken an. So waren am Montagvormittag rund 40 Menschen auf der Suche nach dem beschädigten Windrad im Kreis Kassel unterwegs. In der Söhre stand am Montagmorgen gegen 9 Uhr tatsächlich ein Windrad still. Allerdings hatten Mitarbeiter der Städtischen Werke die Anlage vorübergehend wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb genommen, teilte Ingo Pijanka, Pressesprecher der Städtischen Werke Kassel, auf Anfrage mit. Zu diesem Zeitpunkt waren auch Mitarbeiter des Kasseler Finanzamtes vor Ort, die die Wartungsarbeiten nutzten, um sich das Windrad von innen anzusehen. Auf HNA-Nachfrage bei der Polizei waren dann auch Beamte des Polizeipräsidiums Nordhessen auf der Suche nach der „Gefahrenquelle“.

Gegen 11 Uhr erreichte die HNA-Redaktion die Nachricht, dass es sich bei dem defekten Windrad um eine Anlage auf dem Höhenzug zwischen Wattenbach und St. Ottilien handele. Zwischenzeitlich war wohl auch die Freiwillige Feuerwehr Söhrewald alarmiert worden, die sofort ausrückte, wie Gemeindebrandinspektor Sascha Krah auf HNA-Anfrage bestätigte.

Vor Ort stellte sich jedoch heraus, dass auch bei Wattenbach alle fünf Windräder voll betriebsfähig sind. Sowohl Feuerwehr als auch Polizei rückten unverrichteter Dinge wieder ab. Offenbar hatte der Autofahrer eine optische Täuschung, ein Blitz war jedenfalls nicht eingeschlagen.

Archiv-Fotos von einem anderen Unwetter, das ein Windrad zerstört hatte

Blitz schlägt in Windrad ein - Rotor kaputt

Archiv-Video vom Aufbau des Windrads

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