Immobilie verfällt seit fast 20 Jahren

Schandfleck in Söhrewald: „Akte ist viele Zentimeter dick“

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Der Verfall ist deutlich zu erkennen: Nicht nur die Fensterscheiben sind bei dem Gebäude an der Gartenstraße 3 im Ortsteil Wattenbach größtenteils zerstört. Auch das Dach ist bereits zum Teil eingefallen. 

Söhrewald. Die Fensterscheiben sind zerstört, in einer der Gebäudemauern klafft ein großes Loch, ein Teil des Daches ist bereits eingefallen. Ein Schandfleck im Ort.

Brachliegende Grundstücke und veraltete Bushaltestellen – überall finden sich Orte, über die man sich ärgert. Wir suchen nach Schandflecken unter anderem im Landkreis Kassel und bringen sie ans Licht - wie etwa in in Söhrewald.

Die Fensterscheiben sind zerstört, in einer der Gebäudemauern klafft ein großes Loch, ein Teil des Daches ist bereits eingefallen. Auf dem Grundstück an der Gartenstraße 3 im Söhrewalder Ortsteil Wattenbach hat sich seit Jahren nichts getan. Ein Leser hat die Redaktion auf die Fläche aufmerksam gemacht. Die Gemeinde sei seit Jahren über den Verfall des Hauses informiert, aber es tue sich einfach nichts.

„Die Akte für das Grundstück in der Gartenstraße ist inzwischen mehrere Zentimeter hoch“, erklärt Bürgermeister Michael Steisel auf HNA-Nachfrage. Seit der SPD-Politiker für die Gemeinde tätig ist – er ist seit 13 Jahren Rathauschef und zuvor arbeitete er fünf Jahre lang als Büroleiter – gebe es Probleme mit dem Grundstück. „Ich habe keine Ahnung, was der Eigentümer mit dem Verfall bezwecken will“, so Steisel. Da es sich um ein Privatgrundstück handele, könne die Gemeinde nur sehr begrenzt Druck ausüben. Laut Steisel wohnt der Eigentümer nicht in der Gemeinde, besitzt jedoch noch ein weiteres Grundstück in Wattenbach.

Chaos im Hinterhof: Quer über das Gelände liegt haufenweise Müll verteilt. Foto: Peukert

Auch die Bauaufsicht des Landkreises Kassel war zwischenzeitlich bei dem Fall eingeschaltet. Daraufhin habe der Eigentümer ein altes Auto von dem knapp 700 Quadratmeter großen Gelände entfernen lassen.

„Früher war das Gebäude eine Schmiede“, sagt Steisel. Da die Auflagen zur Schadstoffbeseitigung damals noch nicht konsequent reguliert waren, wisse man nicht, wie hoch die Belastung im Boden sei. „Daher lässt sich auch nicht abschätzen, wie hoch der Kostenfaktor bei einer möglichen notwendigen Entsorgung wäre“, gibt der Rathauschef zu Bedenken. Und fügt hinzu: „Auch wenn uns als Gemeinde bei dem Grundstück die Hände gebunden sind: Wir werden weiterhin permanent Druck ausüben und sich jede bietende Chance dafür nutzen.“

Wie solche Schandflecken künftig besser bekämpft werden sollen, lesen Sie hier. Auch in Vellmar gibt es ein Geisterhaus, das Kommune und Nachbarn nervt. 

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