Kirchengemeinde gegen Verkauf des Pfarrhauses

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Hier soll wieder ein Pfarrer einziehen: Der Kirchenvorstand der Gemeinde Eiterhagen-Wattenbach hat mehrheitlich beschlossen, das Pfarrhaus beizubehalten. Auf unserem Bild steht die stellvertretende Kirchenvorsteherin Sabine Harz (66) vor dem zurzeit unbewohnten Gebäude am Kasselberg.

Söhrewald. In der Kirchengemeinde Eiterhagen-Wattenbach rumort es. Dort will man nicht der Forderung des Landeskirchenamtes nachkommen und das Pfarrhaus Eiterhagen verkaufen.

Am Sonntag, 20. Juli (Beginn 11 Uhr), findet in Wattenbach das Sommerfest der evangelischen Kirchengemeinde Eiterhagen-Wattenbach statt, doch im Vorfeld der Veranstaltung ist die Stimmung getrübt: Das Landeskirchenamt hat die Gemeinde aufgefordert, das Eiterhagener Pfarrhaus aufzugeben und die Immobilie zu verkaufen. Der Kirchenvorstand will gegen diese Entscheidung Beschwerde einlegen und fordert außerdem, die seit Oktober immer noch vakante Pfarrerstelle dauerhaft wieder zu besetzen.

Der Sanierungsaufwand von 269.000 Euro sei zu hoch, um das Pfarrhaus am Kasselberg beizubehalten, beschied die Landeskirche auch mit Ausblick auf eine zukünftige Anpassung der Pfarrerstellen im Bereich der politischen Gemeinde Söhrewald.

Der Kirchenvorstand befürchtet jetzt eine weitere Abstufung der Kirchengemeinde, man verfüge ohnehin nur über eine Dreiviertel-Pfarrerstelle: „Wir brauchen das durchaus sanierungsfähige Pfarrhaus und die Pfarrerstelle“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands, Sabine Harz. Sie lehne einen Verkauf der Immobilie zum jetzigen Zeitpunkt auch aus wirtschaftlichen Gründen ab. Und weiter: Es sei durchaus vorstellbar, in Eiterhagen beispielsweise einen jungen Pfarrer oder eine Pfarrerin aufzunehmen.

Man wolle eine dauerhafte seelsorgerische Präsenz vor Ort und werde alles daransetzen, die Pfarrerstelle mit der jetzigen Bewertung zu erhalten, sagte die Kirchenvorsteherin. Aktuell steht wieder ein Wechsel in der Seelsorge an: Die vom Kirchenkreis Kaufungen mit Vertretungsaufgaben beauftragte Pfarrerin Beate Bachmann-Voß verlässt Eiterhagen-Wattenbach zum 31. Juli, um neue Aufgaben im benachbarten Kirchenkreis Witzenhausen zu übernehmen. „Wir erwarten eine Verfügungsstelle von der Landeskirche, sodass für die Kirchengemeinde Eiterhagen-Wattenbach ab 1. August oder 1. September wieder eine Vertretung sichergestellt werden kann“, sagte Dekanin Carmen Jelinek der HNA.

Die Dekanin bestätigte die Probleme im Zusammenhang mit dem Pfarrhaus in Eiterhagen und der personellen Vakanz, es müsse weiter um die Zukunft gerungen werden. Die bisherige Stellenausschreibung durch das Landeskirchenamt sei ohne Ergebnis geblieben, eine neue Ausschreibung werde es aber nicht geben, sagte Carmen Jelinek.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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