Bürgermeister: Auch Bewohner gefragt

Probleme mit Grün in Söhrewald: Es wuchert auch am Gehweg

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Fast nicht zu passieren: An der Welleröder Straße in Wattenbach sorgt die Randbepflanzung am Gehweg für Ärger bei den Bewohnern.

Söhrewald. Wucherndes Grün scheint in diesem Jahr der größte Feind der Gemeinde Söhrewald zu sein. Nach dem HNA-Bericht über die eingewucherten Gräber auf dem Friedhof in Wellerode, erreichten unsere Redaktion weitere Beschwerden über mangelhafte Grünpflege in den Ortsteilen.

Auch die Welleröder Straße in Wattenbach sei mittlerweile nicht nur unansehnlich, sondern auch stellenweise unbegehbar, weiß Peter Weber, der direkt an der Durchfahrtsstraße wohnt. „Vielleicht sollte die Gemeinde hier ein Schild aufstellen und darauf verweisen, dass man die Straßenseite wechseln soll“, sagt der Wattenbacher, während er auf dem Gehweg immer wieder langen Ästen ausweichen muss. Dort ragen nämlich nicht nur Disteln und Löwenzahn auf den Weg, sondern auch ganze Dornenranken. „Zum Glück haben wir nachts hier eine helle Beleuchtung durch die LED-Lampen, ansonsten könnte man sich dort sogar verletzen.“

Miteinander verwachsen

Die Bepflanzung der Gemeinde grenzt unmittelbar an die Hecke von Webers Grundstück. Mittlerweile ist beides so miteinander verwachsen, dass er seine Hecke gar nicht mehr richtig pflegen kann. „Hier ist fast kein Durchkommen mehr.“

An das Rathaus habe er sich mit dem Problem noch nicht gewandt. Die Erfahrungen anderer Bürger würden ihn davon abhalten. „Man bekommt gesagt, dass es weitergeleitet wird und letztlich passiert nichts. Das wäre hier nicht anders als bei den Besuchern des Friedhofs in Wellerode“, ist sich Weber sicher. „Jeder schimpft über die Zustände hier, aber niemand sagt etwas.“

Doch die Gemeinde von solchen Missständen in Kenntnis zu setzen, sei eine wichtige Aufgabe der Bewohner, sagte Bürgermeister Michael Steisel (SPD) auf HNA-Anfrage.

„Ich höre jetzt zum ersten Mal von den Problemen an der Welleröder Straße.“ Problematisch findet er auch, dass die Unterstützung der Bürger immer weiter abnimmt. Denn während der ältere Teil der Einwohner häufig auch die Pflege der angrenzenden Gemeindegrundstücke mit übernahm, beobachte er bei den jüngeren zunehmend ein gewisses „Prinzipdenken“ getreu dem Motto: „Das gehört der Gemeinde, darum kümmere ich mich nicht.“ Dabei sei die Kommune bei der Pflege auf die Unterstützung der Bürger angewiesen, gerade in einem regnerischen Sommer wie diesem.

Von Carolin Hartung

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