Blitzeinbrüche in Tankstellen und Supermärkte

Angeklagte stahlen Zigaretten für knapp 200.000 Euro 

Kreis Kassel. Wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls müssen sich vier Männer vor dem Kasseler Landgericht verantworten. Sie stahlen Zigaretten für knapp 200.000 Euro in Nordhessen und Südniedersachsen. 

Die Anklage spricht von Blitzeinbrüchen mit rabiatem Einsatz von Axt, Hammer oder Stemmeisen: Mit diesen Werkzeugen soll sich eine rumänische Einbrecherbande Zugang zu Tankstellen und Tabak-Großhandelsunternehmen verschafft und in Nordhessen, Südniedersachsen sowie im Ruhrgebiet Zigaretten für knapp 200.000 Euro erbeutet haben.

Wegen gewerbsmäßigen Bandendiebstahls müssen sich seit Dienstag vier Rumänen zwischen 23 und 37 Jahren vor der 11. Strafkammer des Kasseler Landgerichts verantworten. Bei zwölf Blitzeinbrüchen sollen insgesamt sieben Täter zwischen Juni 2016 und Januar 2017 beteiligt gewesen sein. Zwei werden gesondert angeklagt, einer ist noch unbekannt.

Laut Oberstaatsanwalt Dr. Götz Wied war die Vorgehensweise stets gleich und denkbar einfach: Der älteste Angeklagte kundschaftete lohnenswerte Ziele aus und kutschierte die Täter in seinem Pkw zu den Tatorten. In nahe gelegenen Gartenhäuschen, Schuppen und Scheunen besorgten sich die Rumänen laut Anklage die Werkzeuge, mit denen sie dann Türen und Fenster aufhebelten oder auch einschlugen.

Auftakt in Borken

Den Auftakt bildete der Bruch in eine Tankstelle in Borken-Kerstenhausen (Schwalm-Eder-Kreis), wo sie am 9. Juni vergangenen Jahres Zigaretten im Wert von 4200 Euro erbeuteten. Einen Tag später waren es in Neuental Tabakwaren für über 7000 Euro. Die größte Beute machte die Band im September bei der Tabakwaren-Union im niedersächsischen Nörten-Hardenberg. Dort mussten sie bei dem Abtransport von Zigaretten im Wert von 112.000 Euro mehrmals mit dem Pkw vorfahren.

Es folgten Einbrüche in die Tankstelle von Habichtswald-Dörnberg und die Edeka-Märkte von Söhrewald-Wellerode und Zierenberg mit einer Beute im Wert von zusammengerechneten 16.000 Euro.

Zwei Einbruchsversuche in Gütersloh und Nufringen scheiterten an den Alarmanlagen. In Illingen, Duisburg und Niederorschel wurden Zigaretten für insgesamt rund 15.000 Euro gestohlen. Die Rauchwaren wurden von dem 37-jährigen Kopf der Bande für jeweils 2,50 Euro pro Schachtel weiter verkauft.

Möglicherweise ist die Bande noch für weitere Einbrüche verantwortlich. Die jetzt angeklagten konnten ihnen durch DNA-Spuren, Fingerabdrücke oder Aufzeichnungen der Überwachungskameras zugeordnet werden.

Gestern wurde lediglich die Anklage verlesen. Die seit Januar in Untersuchungshaft sitzenden Angeklagten kündigten über ihre Verteidiger an, sich am nächsten Verhandlungstag geständig zu den Vorwürfen äußer zu wollen.

Diese Verhandlung beginnt am Dienstag, 19. Dezember, um 9 Uhr in Saal E 119. Der letzte geplante Verhandlungstag ist Mittwoch, 10. Januar. 16 Zeugen sollen insgesamt gehört werden.

Rubriklistenbild: © picture alliance / Robert Schlesinger/dpa

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