Schwerlastwagen behindern sich gegenseitig

Windpark in der Söhre: Rotor wird jetzt nach Blitzschlag repariert

Gittermastteile liegen im Wald: Kommende Woche soll das Windrad 1 in der Söhre repariert werden. In den kommenden Tagen wird der Schwerlastkran aufgebaut, mit dem der 55 Meter lange Rotor an der Nabe in 140 Metern Höhe ausgetauscht wird. Foto: Schindler

Söhrewald. Hochbetrieb herrscht dieser Tage auf der Zufahrt zum Windpark in der Söhre. Die schweren Lastwagen mit Überlänge und Überbreite stauten sich aus dem Wald teilweise bis auf die frühere B 83 zurück. Grund ist die geplante Reparatur des seit zwei Monaten defekten Windrads 1, das seit einem Blitzschlag still steht.

Das defekte Windrad soll laut Städtischen Werken in der kommenden Woche repariert werden. Dazu ist ein riesiger Kran notwendig, mit dem das defekte Rotorblatt ausgetauscht werden soll.

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Etliche große Gittermastteile des Krans - Verlängerungsstücke bis zur Höhe von 140 Meter - waren bereits vor zwei Wochen angeliefert und neben der Zufahrt gelagert worden. Nur das Maschinenfahrzeug aus Österreich fehlte noch. Nun wird alles wieder abtransportiert, weil ein anderer Schwerlastkran aus Ostdeutschland die Arbeit übernehmen soll.

Im Prinzip hätten die Teile auch dafür gepasst, der Windrad-Hersteller Vestas habe sie aber bereits anderweitig verplant gehabt, erläuterte Ingo Pijanka, Sprecher der Städtischen Werke. Die Werke hätten mit der Planung aber nichts zu tun, das sei Sache von Vestas.

Dutzende von Schwerlastwagen, die Kranteile abholen beziehungsweise anliefern wollten, behinderten sich am Mittwoch gegenseitig vor der Baustelle.

Die Windkraftanlage 1 war bei einem Gewitter im Juli vermutlich von einem Blitz getroffen worden. Eine Störungsmeldung wies auf ein Problem in der Anlage hin. Der Rotor wurde daraufhin außer Betrieb genommen und von einer Arbeitsbühne aus untersucht. Dabei wurde ein Spalt an einer Flügelspitze zwischen Ober- und Unterschale festgestellt.

Am Dienstag und Mittwoch kommender Woche nun soll der beschädigte 55 Meter lange Flügel mit Hilfe des 600-Tonnen-Krans abmontiert und durch ein Austauschblatt ersetzt werden. Zwei Tage seien dafür veranschlagt, sagte Lars Rotzsche, Projektleiter für den Windpark bei den Städtischen Werken, der HNA.

Bereits im Januar hatte ein Blitz an der Anlage 5 ein drei Meter langes Stück eines Flügels abgesprengt und für monatelangen Ausfall gesorgt.

Auf die Städtischen Werke kämen durch die jetzt defekte Anlage 1 keine Kosten zu, sagte Rotzsche weiter. Sowohl der Schaden als auch der Ertragsausfall seien abgesichert. Je nachdem, was die Ursachenforschung genau ergebe, müsse Vestas als Herstellerfirma, mit der man einen Vollservice-Vertrag habe, oder die Versicherung dafür aufkommen.

Von Holger Schindler

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