Falsche Warnmarkierungen werden entfernt

Windpark Söhrewald/Niestetal: Rotoren werden umlackiert

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Ein roter Streifen zu viel: Sechs Rotorflügel an zwei Windrädern in der Söhre wurden mit falschen Warnmarkierungen montiert. Sie tragen drei statt zwei rote Streifen. Die Flügel sollen jetzt umlackiert werden.

Söhrewald/Niestetal. Die falsch markierten Rotorflügel im Windpark Söhrewald/Niestetal sollen umlackiert werden. Das teilte Bauleiter Jens Koalik von der dänischen Herstellerfirma Vestas auf HNA-Anfrage mit.

Insgesamt sechs Rotorflügel an zwei Windrädern auf dem Warpel bei Söhrewald seien betroffen. Sie tragen statt der in Deutschland vorgeschriebenen zwei roten Markierungen drei rote Streifen. Bei dem einen Windrad werden die Arbeiten mit einem Hubsteiger vom Boden aus ausgeführt. Bei dem anderen Windrad müssen die Rotoren wegen eines Blitzschadens sowieso abmontiert werden. Der defekte Flügel wird durch einen neuen ersetzt, die beiden anderen werden auf Schäden überprüft und am Boden umlackiert. Die Markierung mit drei roten Streifen sei nicht falsch, sagte der Vestas-Mitarbeiter weiter, denn sie biete mehr Schutz als vorgesehen. „Man könnte das dran lassen, wenn es dem Kunden egal ist. Aber den Städtischen Werken ist es nicht egal“, so Koalik. Warum die falschen Flügel montiert wurden, könne er nicht sagen.

Aktualisiert um 15.50 Uhr.

„Das hat wohl jemand übersehen“, sagte der Vestas-Mitarbeiter. Die Arbeiten sollen vorgenommen werden, sobald es das Wetter zulässt. Der Baukran ist bereits vor Ort, doch der Wind war in den vergangenen Tagen zu stark. Mit dem 170 Meter hohen

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Montagekran kann nur bei geringem Wind gearbeitet werden. „Wir waren davon ausgegangen, dass der Hersteller uns die bestellten Flügel liefert“, sagte Ingo Pijanka, Sprecher der Windpark-Betreiberin Städtische Werke Kassel, am Montag auf Nachfrage dieser Zeitung. Pijanka widerspicht damit der Darstellung des Werke-Projektleiters Lars Rotzsche. Er hatte am Freitag gegenüber der HNA erklärt, die Werke hätten aus Zeitdruck keine sofortige Umlackierung der Flügel verlangt. Laut Pijanka hat ein Werke-Mitarbeiter beim Aufbau einer der Anlagen bemerkt, dass die Markierung nicht den Angaben in der Baugenehmigung entspricht. Der Fehler sei sofort bei Vestas moniert worden. Dass die Flügel einer weiteren Anlage falsch lackiert sind, sei dagegen nicht aufgefallen. Ob beim Aufbau aller Anlagen verantwortliche Mitarbeiter der Städtischen Werke zugegen waren, konnte Pijanka nicht sagen. Er unterstrich, dass die Städtischen Werke die fünf Windräder in der Söhre und die beiden Anlagen am Sandershäuser Berg noch nicht vom Hersteller Vestas übernommen haben. Die Flügel der beiden Anlagen bei Niestetal waren von Anfang korrekt lackiert.

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Das sagen die Behörden

Bei den für die Markierung der Windkraftanlagen zuständigen Stellen kann man die Aufregung um die Zahl der roten Streifen nicht verstehen. „Aus luftrechtlicher Sicht ist die Markierung der Rotorblätter mit drei statt zwei roten Streifen unkritisch“, sagte Michael Conrad, Sprecher beim Kasseler Regierungspräsidium. Die Auflage in dem Genehmigungsbescheid, zwei Markierungen je Rotorblatt anzubringen, seien als Mindestanforderung zu sehen. Conrad: „Die Übererfüllung von Mindestanforderungen ist nicht rechtswidrig.“ „Wenn es sich um insgesamt drei rote Streifen handelt, ist das aus Sicht unserer Fachleute ebenfalls korrekt“, erklärte Ute Otterbein von der Deutschen Flugsicherung in Langen. Grundlage für die Markierungen an Windkraftanlagen ist die „Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen“, die vom Bundesverkehrsministerium erlassen wurde.

Von Holger Schindler und Peter Ketteritzsch

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