238 Kilometer Strecke mit bis zu 2500 Höhenmetern

Über Bergpässe gequält: Daniel Golla aus Söhrewald nahm am Öztaler Radmarathon teil 

+
Kurz vorm Ziel: Daniel Golla (links) erklimmt den letzten Bergpass, das Timmelsjoch auf 2509 Metern Höhe. Danach sind es noch knapp 30 Kilometer bis zum Ziel in Sölden. 

Söhrewald. Es ist sein Ausgleich zum stressigen Job: Showpilot Daniel Golla aus Söhrewald erklimmt Bergpässe mit dem Rennrad.

Seit fünf Jahren ist er beruflich in der ganzen Welt unterwegs: Derzeit tritt Daniel Golla aus Söhrewald mit seinem Showpilot-Programm in Frankreich auf. Wer jetzt denkt, der 28-Jährige sei mit den vielen Reisen und seinen 400 bis 500 Shows pro Jahr ausgelastet, liegt falsch: Seinen sportlichen Ausgleich findet Golla seit acht Jahren im Rennradfahren – auf Marathonstrecken, die auf steile Bergpässe führen.

„Mich reizt es, mit dem Rad Berge zu erklimmen. Wenn ich mich stundenlang auf einem Pass gequält habe, werde ich mit einem tollen Ausblick für alle Strapazen belohnt“, erklärt Golla. Er liebe es, in der Natur unterwegs zu sein. Dann könne er abschalten und den Alltagsstress vergessen.

Ötztaler Radmarathon. Zur kompletten Ansicht bitte oben rechts auf "Medienzoom" klicken.

Besonders stolz ist der Söhrewalder auf seine bisher sieben Teilnahmen beim Öztaler Radmarathon: Eine Strecke von 238 Kilometern mit bis zu 2500 Höhenmetern, inklusive vier Hochalpenpässen - insgesamt müssen 5500 Höhenmeter bezwungen werden. Der Marathon startet im österreichischen Ort Sölden, führt über den Brennerpass nach Italien und dann über den Jaufenpass und das Timmelsjoch zurück nach Sölden (siehe Grafik unten). „Dieser Marathon ist teilweise schwieriger als eine Etappe bei der Tour de France. Meiner Meinung nach ist das der härteste Amateur-Eintages-Marathon.“

Golla schaffte die Strecke dieses Jahr erstmals in unter zehn Stunden. „Das war für mich eine magische Grenze. An diesem Tag hat alles gepasst, körperlich und mental“, erinnert er sich. Dabei sei er mehr als einmal an seine körperlichen Grenzen gekommen. Das eine oder andere Mal war er kurz vorm Aufgeben, „aber ich habe es durchgezogen“. Vor allem die großen Temperaturschwankungen setzten ihm zu: „Am Brennerpass in Italien waren über 35 Grad, auf dem Timmelsjoch auf über 2500 Höhenmetern lag dagegen Schnee.“

Kurz vorm Ziel: Daniel Golla (links) erklimmt den letzten Bergpass, das Timmelsjoch auf 2509 Metern Höhe. Danach sind es noch knapp 30 Kilometer bis zum Ziel in Sölden.

Als Vorbereitung auf den diesjährigen Öztaler Radmarathon Ende August verzichtete Golla ein dreiviertel Jahr lang auf Alkohol und stellte seine Ernährung um. Sein Trainingslager verlegte er auf Mallorca: „Meine Kumpels waren am Ballermann und ich bin Rennrad gefahren“, erzählt der 28-Jährige schmunzelnd und gibt zu: „Das erfordert einen starken Willen und viel Disziplin.“

Jedes Jahr nimmt Golla an drei bis vier Radmarathonen teil. „Wenn man 200 Kilometer am Stück fährt, ist das immer eine riesige Belastung für den Körper. Der braucht dann auch mal eine längere Pause“, weiß er aus Erfahrung. Bevor er an den Start geht, gönnt er sich mindestens eine Woche Ruhe ohne Trainingseinheiten.

Im nächsten Jahr will Golla erneut gegen 5000 andere Teilnehmer – darunter war einst auch mal die deutsche Radsportikone Jan Ullrich – beim Öztaler Radmarathon antreten: „Dann will ich die neuneinhalb Stunden knacken.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.