Schandfleck in der Gemeinde Söhrewald

Verfallen, verwittert, verwahrlost: Ehemaliges Sägewerk in Söhrewald

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Offensichtlich in die Jahre gekommen: Das ehemalige Sägewerk im Söhrewalder Ortsteil Eiterhagen, das sich am Ende des Melsunger Wegs am Waldesrand befindet, ist völlig verfallen.  

Söhrewald. Brachliegende Grundstücke und veraltete Bushaltestellen  – Überall finden sich Orte, über die man sich ärgert. Wir bringen die Schandflecken im Landkreis ans Licht.

Schutt liegt auf dem gesamten Gelände verteilt: Holztüren, Wellbleche, Metallteile. Die Dächer sind verwittert, teilweise fehlen Ziegel, die Fenster sind zerbrochen. Bei einem Gebäude fehlen komplette Außenwände, beim Blick ins Innere kommt eine zerfallene Werkbank zum Vorschein.

Die Rede ist vom ehemaligen Sägewerk im Söhrewalder Ortsteil Eiterhagen, das sich ganz am Ende des Melsunger Wegs am Waldesrand befindet. Es ist deutlich in die Jahre gekommen: verfallen, verwittert, verwahrlost. Und es ist offensichtlich, dass sich seit Jahren niemand um das Gelände kümmert. Ein Leser hat die Redaktion auf die Fläche aufmerksam gemacht.

„Das Objekt gehört einer Privatperson“, erklärt Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel auf HNA-Anfrage. Daher seien der Gemeinde rechtlich die Hände gebunden. Es handelt sich um Privatgrund, und deshalb kann der Eigentümer mit dem Grundstück machen, was er will. Die Gemeinde könne daher nur sehr begrenzt Druck auf den Eigentümer ausüben. „Doch Eigentum verpflichtet“, mahnt Steisel.

Gefährlich: Auf dem ehemaligen Sägewerk-Gelände liegen Sägen mit scharfen Klingen offen herum. 

Laut des SPD-Politikers habe es Pläne gegeben, auf dem Gelände wieder Gewerbe anzusiedeln. Neben der ehemaligen Werkstatt des Sägewerks befinden sich weitere Gebäude auf dem Gelände, darunter ein Wohnhaus. Zwar sind zum Teil Schilder mit dem Hinweis „Betreten verboten“ an den Gebäuden auf dem Sägewerk-Gelände angebracht, doch nicht überall ist die Fläche mit einem schützenden Zaun abgesperrt.

Besonders gefährlich: Auf dem Gelände liegen mehrere Sägen und Sägeblätter mit scharfen Klingen herum – offen zugänglich. Das ist vor allem für Kinder riskant, die in dem Gelände einen Abenteuerspielplatz sehen. „Der Verwaltung ist die Gefahr bekannt und uns ärgert die Situation. Aber Kinder haben auf dem Grundstück nichts zu suchen“, stellt Steisel klar und verweist auf die Aufsichtspflicht der Eltern.

Das sagt der Landkreis: Keine Gefährdung im öffentlichen Raum

„Ausschlaggebend für ein Eingreifen seitens gemeindlicher Ordnungsbehörden oder der Bauaufsicht des Kreises ist, dass ein öffentlich zugänglicher Bereich durch eine Immobilie oder eine Lagerstätte auf einem Grundstück gefährdet wird – zum Beispiel durch herabfallende Ziegel oder Ölaustritt von Altfahrzeugen. Eine solche Gefährdung öffentlicher Bereiche liegt durch das ehemalige Sägewerk in Eiterhagen nicht vor“, erklärt Kreissprecher Harald Kühlborn auf HNA-Nachfrage. 

Es handele sich um ein Privatgrundstück und es sei nicht erlaubt, ohne Genehmigung des Eigentümers ein Privatgrundstück zu betreten. „Eventuell auf dem Grundstück vorhandene Gegenstände, von denen Gefährdungen ausgehen, können daher nur jemanden gefährden, der sich unerlaubt auf dem Grundstück aufhält. Es gehört nicht zu den Aufgaben von Kommunen, Landkreisen oder anderer staatlicher Stellen, Gefährdungen auszuschließen, in die man sich unerlaubt begibt“ sagt Kühlborn abschließend.

Unsere Serie: Stören Sie sich an einem Schandfleck?

Es gibt ihn in jedem Ort: einen richtigen Schandfleck. Ob’s eine löchrige Straße ist, die jedem Stoßdämpfer spinnefeind ist und immer schlimmer wird, oder das herrenlose Haus, dem man beim Verwahrlosen zusehen kann, oder auch der große Müllberg, der von Unbekannten illegal in die Gegend gekippt wird. All das sind dunkle Punkte im eigenen Ort, die man am liebsten wegzaubern möchte – und solche, die die Familie, Freunde und Bekannte zu Besuch besser nicht zu Gesicht bekommen. Wir bitten Sie, uns Ihren Schandfleck im Ort vorzustellen, mit Foto, einer Beschreibung, der Straße und Ihren Kontaktdaten. Wir finden heraus, warum sich dort nichts tut und wer dahinter steckt.Schreiben Sie uns: kreiskassel@hna.de

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