Wattenbach und Wellerode: Sportplätze sollen bleiben

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Nein zur Sportplatzschließung; Vereinsjugendsprecher Timo Freudenstein (TSG Wattenbach) übergab dem Vorsitzenden des Bauausschusses, Reiner Brandau (rechts), ein von 100 jungen Sportlern unterschriebenes Protestschreiben.

Söhrewald. Die alten Sportplätze in Wellerode und Wattenbach sollen nicht bebaut werden. Das haben die Fachausschüsse in Söhrewald beschlossen.

Die endgültige Entscheidung über die Initiative der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die sich für eine Umwandlung der Sportanlagen in Bauland ausgesprochen hatten, trifft die Gemeindevertretung am Mittwoch, 22. April, ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Wellerode.

Der Antrag der Grünen hatte in der Bevölkerung einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Auch Kinder und Jugendliche wehrten sich vehement dagegen, dass die Bolz- und Trainingsplätze einer Bebauung weichen sollen.

Von großem Interesse

Die erste kommunalpolitische Beratung des Themas stieß auf großes Interesse: Alle Besucherplätze im Dorfgemeinschaftshaus Wellerode waren besetzt. Diskussionsbeiträge von Kommunalpolitikern lösten Zwischenrufe oder Beifall aus. Die Reaktionen verfehlten ihre Wirkung offenbar auch bei den Initiatoren nicht: „Wir wollen Kindern nichts wegnehmen“, sagte Michael Jakobshagen.

Kinderprotest: Der sechsjährige Maximilian brachte seine Ablehnung gegen die Aufgabe der Sportplätze mit diesem Bild zum Ausdruck.

In Wellerode gehe es vorrangig nicht um ein Baugebiet. Ziel des Antrags sei, einen besser geeigneten Bauplatz für das Seniorenprojekt nachzuweisen. Ältere Menschen dürfe man nicht an den Ortsrand drängen. In beiden Ortsteilen bliebe auch nach einer Bebauung genügend Platz für die Kinder übrig, so der Grünen-Sprecher.

Das sah Ralf Eberwein (SPD) anders: Die Sportplätze würden auch von nicht in Vereinen organisierten Sportlern, der Schule und dem Roten Kreuz oder für Dorffeste genutzt. Man werde nicht zulassen, dass diese wertvollen Freiflächen für Bauland aufgegeben werden, sagte Eberwein. Auch Bürgermeister Michael Steisel sprach sich für den Erhalt der Sportplätze aus. Das für das Seniorenzentrum vorgesehene Baugelände in der Schulstraße liege durchaus zentral, sagte der Verwaltungschef.

„Die alten Sportplätze sind für die dörfliche Struktur das Beste, was es gibt“, sagte Jürgen Langhuth (FDP).

Resolution übergeben 

Vor der Sitzung übergab der 13-jährige Wattenbacher Schüler Timo Freudenstein eine Resolution mit 100 Unterschriften der Jugendversammlung der TSG Wattenbach und des TSV Eiterhagen, die sich für den Erhalt der Sportplatzanlage in Wattenbach als Spiel-, Bolz- und Trainingsanlage stark macht.

Im Sitzungssaal waren Malbilder und Protestbriefe von Kindern ausgestellt. Der Antrag der Grünen wurde schließlich mit jeweils sechs Stimmen bei einer Pro-Stimme abgelehnt.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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