Wellerode: Vergiftete Salami als Katzenfutter - Halter erstattet Anzeige

Verdächtige Beute: In dieser Salami, die Lucy nach Hause brachte, befanden sich seltsame Kugeln. Foto: privat/nh

Söhrewald. Lucy schleppt gern Mäuse an, die sie gefangen hat. Als ihr Besitzer Uwe Pape gerade an einem Oldtimer schraubte, trabte seine Katze jedoch mit etwas ganz anderem im Maul heran, um es auf Nachbars Wiese abzulegen.

„Das war eine große Scheibe Salami, in der so seltsame rote Kugeln eingewickelt waren“, erzählt der Welleröder.

Sie hat noch einmal Glück gehabt: Katze Lucy (12) von Uwe Pape aus Wellerode geht es prächtig. Foto: Dilling

Pape war sofort misstrauisch und aufgeregt, er dachte an Gift. Er habe früher einen Kater gehabt, dem Unbekannte die Hinterpfoten abgehackt hätten. Ein anderer Kater von ihm sei nach einem Streifzug plötzlich abgemagert und bald darauf gestorben. Außerdem habe er in der Nachbarschaft von plötzlich verschwundenen Katzen gehört.

Der 49-Jährige telefonierte erst mit dem Tierarzt und dann mit der Polizei. „Der Polizeibeamte hat die Salami sichergestellt und gleich gesagt, dass sei Rattengift“, erzählt Pape. Seine Katze zeigte keine Vergiftungssymptome. Es geht ihr gut. Sie habe wahrscheinlich nichts von dem Köder gefressen, sagt der Söhrewalder.  

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Nordhessen kann noch nicht bestätigen, dass es sich tatsächlich um Rattengift handelt. Papes Anzeige aber wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz wird bearbeitet.

Ob tatsächlich Katzenhasser ihr Unwesen treiben, ist also noch nicht ausgemacht. Allerdings schlägt auch der Verein Guxhagener Katzenhilfe Alarm: In Hertingshausen habe eine Katzenhalterin bemerkt, dass ein Unbekannter auf einer Weide eine Katze füttern wollte. Auf Zuruf habe dieser eine Transportbox aus dem Gebüsch geholt und sei weggelaufen. Der Unbekannte sei auch von einem anderen Nachbarn beobachtet worden. Die Katzenhilfe weist außerdem daraufhin, dass im Internet vom Verschwinden von sieben Katzen in Waldau und Lohfelden berichtet werde. Die Polizeipressestelle kann entsprechende Meldungen oder Anzeigen allerdings nicht bestätigen. Man nehme aber jede Anzeige ernst.

Warnung vor Abzocke 

Die Katzenhilfe empfiehlt Katzenhaltern vorsichtig zu sein, wenn die Rückgabe verschwundener Tiere angeboten werde. Es könne sich um „Abzocke“ handeln. Außerdem könne es sein, dass verschwundene Katzen als Versuchstiere in der Grundlagenforschung benutzt würden. Schützen könne man die Tiere nur durch einen implantierten Chip und eine zusätzliche Tätowierung der Ohren.

Tierhalter verschwundener Katzen können sich unter Telefonnummer Tel. 05665/2994 melden.

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