Windanlagen in Söhrewald und Niestetal erzeugten 25,3 Mio. kWh Strom

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Geballte Kraft: Fünf je 195 Meter hohe Windräder stehen in der Söhre. Der Standort ist besser, als nach den Windprognosen erwartet wurde.

Söhrewald/Niestetal/Kassel. Seit einem halben Jahr drehen sich die Rotoren des neuen Windparks Söhrewald/Niestetal, Zeit für eine erste Bilanz.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem ersten halben Jahr. Der Standort ist besser als prognostiziert“, sagte Lars Rotzsche, Geschäftsführer der Windpark Söhrewald/Niestetal GmbH (eine Tochtergesellschaft der Städtischen Werke Kassel) bei einem Ortstermin in der Söhre.

Jede der 196 Meter hohen Anlagen am Standort Warpel habe mehr als 4 Millionen Kilowatt (kWh) Strom erzeugt und damit bereits mehr als die Hälfte der fürs Gesamtjahr prognostizierten 6,89 Mio. kWh. Die technische Verfügbarkeit der Anlagen lag knapp unter 100 Prozent. Jedes der Windräder hat Strom für 2300 Haushalte erzeugt. Insgesamt liefert der Windpark mit sieben Anlagen Strom für 16 000 Haushalte. Aufgefallen ist in den vergangenen Monaten, dass sich die fünf Windräder auf dem Warpel ganz unterschiedlich drehen: Manche rotieren schneller als andere; manchmal stehen einige der Anlagen, andere laufen. Wie ist das zu erklären?

Steuerungsanlage: Lars Rotzsche, Geschäftsführer der Windpark Söhrewald/Niestetal GmbH & Co. KG, kontrolliert am Windturm 2 auf dem Warpel in der Söhre die Steuerung.

Jedes Windrad wird über eine unten im Turm eingebaute Computeranlage eigenständig gesteuert, erklärt Rotzsche. Dort werden Parameter wie Windstärke und Windrichtung erfasst und ausgewertet. Acht Elektromotoren drehen den 194 Tonnen schweren Turmkopf in 140 Meter Höhe in den Wind. Die Steuerung passt auch die Stellung der drei Rotorblätter an. Ist die Windstärke gering, werden die Rotorblätter so ausgerichtet, dass sie dem Wind mehr Angriffsfläche bieten; bei starkem Wind wird die Angriffsfläche verkleinert.

„Wenn die Räder sich überhaupt nicht drehen, dann ist entweder der Wind zu schwach oder es finden Wartungsarbeiten statt“, sagte der Geschäftsführer.

Dass die Windräder abgestellt werden, weil der Strom gerade nicht benötigt werde, komme in unserer Region nicht vor, sagt Rotzsche. Der Windstrom aus der Söhre werde am Umspannwerk der Städtischen Werke in der Dennhäuser Straße ins Kasseler Stromnetz eingespeist. Hier herrsche immer Bedarf, sagt der Ingenieur. Anders als in Norddeutschland, wo es tendenziell zu viel Strom und zu wenige Abnehmer gebe, werde der Strom in der Großstadt Kassel jederzeit benötigt. „Das ist ein großer Vorteil für uns, dass wir so viele Abnehmer haben.“

Außerdem sei durch das EEG-Gesetz festgelegt, dass die erneuerbaren Energien vorrangig eingespeist werden müssen.

Von Holger Schindler

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