Oberste Priorität für Trinkwasserschutz: Kommunalparlament lehnt Erdgasförderung ab

Söhrewald stimmt gegen Fracking

Söhrewald. Der Antrag der Firma BNK Deutschland für das Erkunden und die Förderung von Erdgas im Frackingverfahren ist im Kommunalparlament der Gemeinde Söhrewald auf großen Widerstand gestoßen. Die Gemeindevertretung fordert alle im Verfahren beteiligten Behörden auf, den Antrag abzulehnen.

Außerdem verlangt die Vertretung, das Bundesberggesetz im Interesse einer angemessenen Beteiligung der Gemeinden zu novellieren und dem Trinkwasserschutz oberste Priorität einzuräumen.

Trinkwasser lebenswichtig

„Trinkwasser ist lebenswichtiger als Gas“, sagte Hans Staudte (SPD), der bei den übrigen Parteien des Parlaments für ein „breites und deutliches“ Votum für den Beschluss zu der vom Regierungspräsidium geforderten Stellungnahme warb.

„Warum sollen wir Dreck in die Erde bringen?“, fragte Manfred Rewald (SPD), der „derart weitgehende“ Rechte für Einzelunternehmen vehement ablehnt.

Sein Fraktionskollege Peter Wendel befürchtet weitgehende Verunreinigungen des Grundwassers, die in den USA bereits dazu geführt hätten, dass Gas aus Wasserhähnen ströme.

Bergbau und Tourismus

Betont wurde während der Beratungen, dass der in der Gemeinde Söhrewald betriebene Bergbau der Fracking-Gasförderung entgegenstehe, weil senkrecht verlaufende Magmaschlote zu einer Durchlässigkeit der Gesteinsschichten führen. Auch deshalb und aus touristischer Sicht dürfe es in der Gemeinde keine Genehmigung zur Erkundung und Förderung von Erdgas durch Fracking geben.

Der Antrag des Söhrewalder Gemeindevorstands wurde schließlich mit den Stimmen von SPD, CDU und Grünen angenommen.

Enthaltung der FDP

Die zweiköpfige FDP-Fraktion enthielt sich bei der Abstimmung der Stimme. Ihr Sprecher Jürgen Langhuth begründete diese Haltung mit der Vermischung von Fracking und einer Neufassung des Bergrechts. Zu Letzterem sei noch keine politische Willensbildung erfolgt, sagte der Gemeindevertreter. (ppw)

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