Lohfelden will Einwohner mit schmalem Geldbeutel an Energiewende beteiligen – Wind- und Sonnenstrom

Ja zu Solar-Genossenschaften

Gemeinsam investieren: Die Gemeinde Lohfelden will die Gründung von örtliche Genossenschaften unterstützen, die Solaranlagen wie diese oder auch Windkraftanlagen errichten. Archivfoto: nh

Lohfelden. Die SPD will möglichst viele Bürger der Gemeinde Lohfelden am Ausbau regenerativer Energien beteiligen. Der jetzt im Parlament vorgestellte Plan: Die Gemeindeverwaltung soll die Gründung von Wind- oder Solarenergiegenossenschaften vorbereiten, damit Bürgern, die nicht über geeignete Flächen oder ausreichend Geld verfügen, sich beteiligen können.

Nach einer temperamentvollen Debatte wurde das Vorhaben der SPD-Fraktion gegen Stimmen der CDU mehrheitlich angenommen. Jetzt hat der Gemeindevorstand den Auftrag, Konzepte für Bürgerbeteiligungen an der Energieproduktion und interkommunale Modelle, bei denen die Gemeinde Lohfelden mitmachen kann, zu entwickeln und auf den Tisch zu bringen.

CDU: Überflüssig

Windparks und Beteiligungen seien eine tolle Sache, „der Antrag der SPD ist jedoch schlicht überflüssig“, sagte Birgit Kaiser-Wirz für die CDU. Die Gemeinde müsse sparen und könne kein Personal für Vorarbeiten binden, wenn andere die Früchte davontragen.

Dieser Beitrag rief die SPD auf den Plan: „Aufbruchstimmung geht anders“, sagte deren Sprecher Norbert Thiele. Seine Fraktion, so Thiele, sehe auf den Kleinanleger statt auf „massig Geld verdienender Investoren“.

Zuvor hatte Dr. Eike Bornmann den Antrag für die Sozialdemokraten begründet. Die Gemeinde könne in der Rolle eines Katalysators für mehr Bürgerbeteiligung sorgen, sagte der Vorsitzende des Haupt- und Finanzausschusses. Wenn der Bürger vom Energienutzer zum Produzenten von Energie werde, steige die inhaltliche Akzeptanz, sagte Bornmann.

Auch Jürgen Kirchner unterstützte das Vorhaben der SPD. Es sei richtig, den Bürger

mit dem kleinen Portomonaie an der Wertschöpfung zu beteiligen, sagte der Sprecher der Unabhängigen (U2L). Die Stromgewinnung aus regenerativer Energie habe jedoch nur Zukunft, wenn zusätzliche Fernleitungen errichtet werden. Dr. Christoph Brake (Grüne) begrüßte das Genossenschaftsmodell, für das allerdings mit den Themen Energieeinsparung und Verkehr ein Gesamtpaket geschnürt werden solle. (ppw)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.