Hauptversammlung

SMA-Krise: Neue Märkte sollen die Wende bringen

Kassel. SMA baut seine Präsenz im Ausland aus. Das kündigte Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon am Donnerstag auf der Hauptversammlung des Niestetaler Unternehmens in Kassel an. So werde SMA in Südafrika eine Fertigung für Wechselrichter aufbauen.

"Die Notwendigkeit, neue Märkte zu erschließen, lässt sich nicht aussitzen", sagte Urbon vor mehr als 450 Aktionären, die insgesamt mehr als 86 Prozent des Kapitals vertraten.

Neben Südafrika seien als weitere attraktive Wachstumsregionen China, der Mittlere Osten und Südamerika. In Nordamerika mit einer Fabrik in Denver im US-Bundesstaat Colorado, sei SMA bereits "klarer Marktführer". Das Geschäft in Deutschland und anderen europäischen Ländern leidet hingegen unter den Kürzungen der Solarförderung. Doch "eine komplette Verlagerung der Produktion von Kassel ins Ausland aufgrund der Kostensituation haben wir aber nicht geplant", sagte Urbon weiter. Höhere Lohnkosten hierzulande könnten durch eine Steigerung der Produktivität ausgeglichen werden.

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SMA beschäftigt rund 4500 seiner 5800 Mitarbeiter in Deutschland, hinzu kommen weltweit mehr als 700 Zeitarbeitskräfte. Doch nach heftigen Umsatzeinbrüchen steht das Unternehmen vor einem Personalabbau. Der Schritt sei unvermeidlich, "um die Überlebensfähigkeit von SMA zu garantieren", sagte Urbon. Betroffen seien alle Bereiche mit Ausnahme der Entwicklung: "wir streben eine sozialverträgliche Lösung an". Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall sollen in den nächsten Wochen geführt werden. Aus der Krise will sich SMA mit neuen Produkten und verstärktem Einsatz auf den Wachstumsmärkten herausarbeiten.

Fotos von der Hauptversammlung

Hauptversammlung von SMA

Zu den Neuentwicklungen gehören Wechselrichter, die kostensparen nach dem Baukastenprinzip gefertigt werden sowie der Sunny Boy Smart Energy, der mit einer kleinen Batterie Energie speichern kann, "genug, um am Abend den Strombedarf einer vierköpfigen Familie für drei Stunden zu decken."

Im ersten Quartal dieses Jahres hatte SMA wie erwartet starke Einbrüche verbucht. Der Umsatz sank um 48 Prozent auf 212,3 Millionen Euro, das Ergebnis vor Zinsen und Steuern rutschte mit 8,4 Millionen Euro in die roten Zahlen. Unterm Strich stand ein Quartalsverlust von 5,8 Millionen Euro. Der Aktienkurs des im TecDax notierten Unternehmens fiel am Donnerstag bis zum Nachmittag um 3,7 Prozent auf 23,59 Euro. (wll)

Einen ausführlichen Bericht von der SMA-Jahreshauptversammlung lesen Sie in der HNA-Freitagsausgabe.

Fotos: SMA, eine Unternehmensgeschichte in Bildern

SMA: Die Geschichte des Unternehmens in Bildern

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