Analyse

SMA: Warum die Zukunft des Unternehmens völlig offen ist - eine Analyse

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Niestetal. Wenn die SMA Solar Technology AG am Donnerstag ihre Quartalszahlen veröffentlicht, dürfte dem Solartechnik-Hersteller aus Niestetal (Kreis Kassel) die Aufmerksamkeit gewiss sein.

Zum Wochenauftakt hatte SMA-Vorstandssprecher Pierre Pascal Urbon (43) die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gekappt: Umsatz nur noch zwischen 0,9 und einer Milliarde Euro statt angepeilten 1,3 Milliarden, statt Gewinn droht Verlust von 80 bis 90 Millionen Euro – vor Zinsen und Steuern (EBIT), aber nach Sondereffekten, wie SMA-Pressesprecherin Susanne Henkel erklärt. Urbons Ausblick lässt vieles offen: 2014 sollen Sparmaßnahmen greifen, der Sprung zurück in die Gewinnzone gelingen, mit neuer Technik in den USA und Japan gepunktet werden. Der Umsatz soll zwischen einer und 1,3 Milliarden Euro liegen, zur Höhe eines möglichen Gewinns macht Urbon keine Angaben.

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Wie werthaltig dieser Ausblick ist, lässt sich nicht beurteilen. Denn SMA hat den Umsatz bislang nicht nach Ländern aufgeschlüsselt, sondern nur Angaben zum deutschen Markt und zum Ausland allgemein gemacht. Angaben zu den Zukunftsmärkten in Asien und den USA gibt es bislang nicht. Für das erste Halbjahr bedeutet dies: Der Auslandsanteil am Umsatz betrug 67,4 Prozent. Mit 154,9 Mio. Euro war Deutschland im ersten Halbjahr der umsatzstärkste Einzelmarkt. Wichtige Auslandsmärkte seien die USA, Japan, Australien und Thailand gewesen.

Das Geschäft mit Wechselrichtern im Ausland voranzutreiben ist der richtige Weg, wichtiger wäre zu wissen, wie weit der Weg bereits beschritten ist. Besonders vor dem Hintergrund, dass Deutschland am Scheideweg seiner künftigen Energiepolitik steht. Energiekosten sind für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands von größter Bedeutung. Die Verbraucher stehen angesichts steigender Kosten, die das Erneuerbare Energiengesetz verursacht, der Energiewende zunehmend kritisch gegenüber.

Aus den schwarz-roten Koalitionsrunden dringt wenig nach draußen. Entsprechend negativ äußerten sich die Analysten zu SMA: Von „schwacher Nachfrageentwicklung im europäischen Kernmarkt, die die neuen Märkte in Asien und Amerika nicht ausgleichen können“ war die Rede bei Aktiencheck.de. Davon, dass es „dem Solartechnikhersteller auch 2014 und 2015 nicht gelingen sollte, die Kapitalkosten zu verdienen“ – so Analyst Sven Diermeyer von Independent Research.

Georg Remshagen, Commerzbank-Analyst, meint: Er sehe nach der Gewinnwarnung keinen Grund für ein Investment in den Titel. Da das „Management mit Blick auf die Unternehmensziele eine schwache Erfolgsbilanz“ aufweise, rechnet er 2014 mit einem operativen Verlust.

Von Martina Wewetzer

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