Großes Interesse an der Gründung einer Energiegenossenschaft in Kaufungen

Solardach aufs Bürgerhaus

Kurt

Kaufungen. Auf dem Weg Kaufungens hin zu einer Energiewende haben die Bürger jetzt in der Haferbachhalle ein Signal gesetzt: 80 Besucher informierten sich über die geplante Gründung einer Energiegenossenschaft, die regional in erneuerbare Energien investieren will.

20 bekundeten im Anschluss ihr Interesse, Anteile zu zeichnen, sagte Burkhard Rexmann von der Initiative. Hinzu kommen die rund ein Dutzend Mitarbeiter dieses Kreises. Die Genossenschaft soll am Montag, 21. Mai, ab 20 Uhr in der Hessenperle in Niederkaufungen gegründet werden.

Ihren Einstand will die künftige Energiegenossenschaft in Kooperation mit der Kaufunger Solarfirma Stiens im Spätsommer mit der Errichtung einer Fotovoltaikanlage, die 30 Haushalte mit Strom versorgen kann, auf dem Kaufunger Bürgerhaus und den angrenzenden gemeindlichen Gebäuden geben.

Danach stehen größere Projekte auf dem Plan: Ab 2014 soll sich die Genossenschaft am geplanten Windpark auf dem Sensenstein und in etwa fünf Jahren an der Übernahme des jetzt noch vom Energiekonzern Eon betriebenen Kaufunger Stromnetzes beteiligen. Man wolle da ein Drittel des Kaufpreises übernehmen, das entspreche einer Investition von etwa 1,2 Millionen Euro, sagte Raymond Deuchert von der Initiative. „Es ist das A und O, dass wir das Stromnetz in die eigenen Hände bekommen“, sagte Deuchert.

Von den geplanten Projekten ist allerdings noch keines in trockenen Tüchern, auch wenn Bürgermeister Arnim Roß (SPD) deutlich machte, dass er die Genossenschaftsinitiative unterstützt. Kaufungen wolle vom boomenden Markt der erneuerbaren Energien profitieren und die Bürger daran beteiligen, sagte der Verwaltungschef.

Die Initiative will mit Genossenschaftsanteilen von jeweils 500 Euro Geld für die ehrgeizigen Investitionen einsammeln. Dieses Vorhaben stieß bei einigen Besuchern des Infoabends jedoch auf Skepsis. Warum sollte man Geld anhäufen, wenn noch keine Rendite erwirtschaftet werden könne, lautete dabei der Tenor. Die Genossenschaft müsse ihren Mitgliedern erst einmal „eine ökonomische Perspektive“ bieten, sagte Bernd Kratz aus Kassel. Ähnlich äußerte sich Kurt Gerwig aus Kaufungen. „Das Vertrauen künftiger Geldgeber zu gewinnen, ist das Wichtigste“, sagte er. Reinhard Döll aus Lohfelden regte an, den Kauf kleinerer Anteile in Höhe von 100 Euro zu ermöglichen. „Wir sollten die Hemmschwelle niedrig halten“, meinte er.

Mehrfach wurde kritisiert, die Informationen über die künftige Genossenschaft seien nicht detailliert genug. „Dem einen oder anderen wäre es konkreter lieber“, sagte der SPD-Energieexperte und Landtagsabgeordnete Timon Gremmels.

Dieser Forderung will die Initiative nun nachkommen. Vor der Sommerpause soll es eine weitere Infoversanstaltung geben. „Wir wollen keine Vorstandspostensicherungsgesellschaft werden, sondern etwas bewegen“, versicherte Rexmann. (pdi) Fotos: Dilling

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