Erbauer Willi Volmar ist von zögerlicher Haltung der Stadt enttäuscht – Weitere Projekte in Arbeit

Solarskulptur sucht attraktiven Platz

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Sonnenfänger: Willi Volmar und Tochter Jutta mit der selbstgebauten Solarskulptur, für die nun ein Platz in der Stadt gesucht wird.

Baunatal. In Willi Volmars Garten in Altenbauna surrt es wie die Umwälzpumpe eines Pools: Auf einem turmartigen, drehbaren Gerüst aus Fahrradrahmen thront ein Solarpaneel und reckt sein blaues Rechteck der strahlenden Sonne entgegen.

Was surrt, ist der von Solarkraft angetriebene Elektromotor, der ein Karussell mit gelben Bänden kreisen lässt.

Volmar, Rentner und gelernter Maschinenbauer, würde seine Solarskulptur – er nennt sie bescheiden Gebrauchsgebilde – lieber woanders aufstellen. Zwischen Rathaus und Bankcafé sei ein idealer Platz, findet der 75-Jährige. Schließlich mache sein Werk die Kraft der Sonne sinnlich erfahrbar und könne eine Attraktion vor allem für junge Leute sein.

Im November vorgestellt

Doch von der Reaktion der Stadt auf seinen Vorschlag ist er enttäuscht. Da sei nämlich bis jetzt keine gekommen. Schon im November habe er sein Werk im Baunataler Ordnungsamt vorgestellt. Eine Rückmeldung habe er bis heute nicht erhalten. Dabei ist Willi Volmar ein rühriger Hobbykünstler, der schon mehrfach seine Werke in Baunatal präsentieren durfte.

Zuletzt hatte er allerdings Pech: Seine Hand-Skulptur aus Draht und Pappmaché mit Sternen-Käfer, die unter den Augen von Passanten anlässlich der 50-Jahr-Feier des VW-Werks entstand, ist ein Opfer des Regens geworden. Volmar entwickelt jetzt eine stabilere Konstruktion. Auch Iglus aus zusammengeschweißten Fahrradrahmen für Rankpflanzen hat er in Arbeit.

Mehr erwartet

Der Rentner hat sich für sein jüngstes Werk mehr erwartet. Schließlich spiele Baunatal in der Solarbundesliga mit. Allerdings habe er auch vom Wechselrichter-Spezialisten SMA in Niestetal keine positive Rückmeldung für einen Ausstellungsstandort bekommen. Und „die Leute von der documenta haben gesagt, sie hätten keine Zeit, sich das anzusehen“, berichtet Volmar.

Baunatals Pressesprecher Roger Lutzi sagt, er könne nicht mehr aufklären, warum Volmar keine Rückmeldung aus dem Rathaus erhalten habe. Der Rentner wiederum erinnert sich nicht an den Namen des Sachbearbeiters, mit dem er gesprochen hat. Die Stadt sei aber bereit, über einen möglichen Standort für die Skulptur zu reden, das müsse ja nicht unbedingt das Rathaus sein, meint Lutzi.

Wenn er mit der Stadt nicht einig wird, werde er seine Skulptur bei der 850-Jahr-Feier seines waldeckischen Heimatorts Sachsenberg ausstellen, sagt Volmar. Auf jeden Fall werden noch Kosten fällig: Der Rentner möchte die Solarskulptur mit Leuchtziffern bestücken, die unter anderem die in Baunatal aktuell erzeugte Solarstrommenge anzeigt.

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