Licht und Schatten bei Engagement der Kirchner Solar-Group in Lohfelden

Solartankstelle ohne Nutzer

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Solartankstelle: Im Oktober 2011 nahmen Geschäftsführer Lars Kirchner (links) und Bürgermeister Michael Reuter die Solar-Zapfsäule an der neuen Bücherei in Betrieb. Genutzt wurde sie allerdings bisher noch nie. 

Lohfelden. Die Übernahme der ehemaligen Richter-Industriehallen für die Errichtung eines überregionalen Zentrums für Erneuerbare Energien (ZEED) war der vorläufige Höhepunkt des Engagements der Kirchner Solar-Group (Alheim) in Lohfelden. Doch das Projekt ist wegen der unsicheren Lage der Solarbranche ins Stocken geraten.

Darüber hinaus läuft auch das Kirchner-Engagement in Lohfelden nicht überall rund. Bereits seit einigen Jahren hat sich das international agierende Solarunternehmen als Vertragspartner der Gemeinde profiliert. Zu den Großprojekten gehörten Fotovoltaikanlagen auf dem Tribünendach im Nordhessenstadion, auf dem Dach der Gemeinde- und Schulbücherei und auf gemeindeeigenen Wohngebäuden in der Berliner Straße/Spandauer Weg.

Schließlich stattete das Unternehmen auch die Dächer und ein eigens errichtetes Vordach auf den von der Gemeinde gekauften Richter-Hallen komplett mit Solaranlagen aus. An den früheren Industriehallen und auf Grundstücken der Gemeinde in der Grünen Mitte sollen jetzt noch sogenannte Solarbäume für die Stromgewinnung aufgestellt werden.

Kirchner zeigte sich generös

Die enge Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung war sicher auch ein Türöffner für den Bau von diversen Fotovoltaikanlagen, die die Kirchner-Gruppe auf Dächern von Privathäusern in Lohfelden und Umgebung installiert hat.

Generös zeigte sich Geschäftsführer Lars Kirchner vor 15 Monaten, als er mit Bürgermeister Michael Reuter (SPD) am Gebäude der Gemeinde- und Schulbücherei eine von ihm errichtete Solartankstelle in Betrieb nahm, an der Lohfeldener Bürger ihre Elektroautos noch bis Oktober 2014 kostenlos aufladen dürfen.

Zwei Schulklassen

Die bisherige Resonanz auf dieses Angebot ist allerdings niederschmetternd: „Bis heute hat leider kein Bürger davon Gebrauch gemacht, offenbar gibt es in Lohfelden noch keine Elektromobile“, sagte Rathaus-Büroleiter Kai Hast der HNA. Die Gemeinde habe jetzt für ihre Zwecke ein Elektroauto bestellt, das an der Solar-Tankstelle nachgeladen werden soll, sagte der Büroleiter.

Auch die Nutzung der Solar-Schulungseinrichtung im Obergeschoss der Gemeinde- und Schulbücherei, die von der Kirchner-Group nach dem Aus der „Edu-Solar-Akademie“ übernommen worden war, ist noch schwach. „Wir waren bisher zweimal mit Physik-Klassen drin, die von Mitarbeitern der Kirchner Solar-Group mit der Solartechnik vertraut gemacht wurden“, sagte Lehrerin Uschi Olbert von der Söhre-Schule. Ein weiterer Termin sei jetzt vorgesehen.

Der Schulungsraum, den die Gemeinde Lohfelden mit Kosten von geschätzt 100 000 Euro unter dem Dach der Bücherei zusätzlich errichten ließ, wird auch von der Kirchner-Gruppe selbst genutzt. Hier werden Besuchergruppen mit der Funktion der auf dem Gebäudedach errichteten Solaranlagen und den im Schulungsraum ausgestellten Wechselrichtern vertraut gemacht.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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