Niesetaler liefern technische Herzstücke für Solarkraftwerk und Stromnetz

SMA hilft in Afghanistan

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Aufbau: Mithilfe von SMA und zweier neuseeländischer Unternehmen haben Afghanen das Solarkraftwerk errichtet. Es versorgt 2500 Gebäude.

Niestetal / Bamyan. Mithilfe des Solartechnik-Herstellers SMA können sich viele Menschen in der zentralafghanischen Provinz Bamyan seit Kurzem mit Sonnenstrom versorgen. Denn die Niestetaler haben die Herzstücke des Solarkraftwerks und Stromnetzes – insgesamt 173 Wechselrichter – für das Entwicklungshilfeprojekt geliefert.

Es ist eine der weltweit größten Insellösungen. Das sind autarke Systeme, die sich besonders für entlegene Regionen ohne Stromnetz eignen. Angaben zum Auftragsumfang macht SMA nicht.

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Bislang haben sich die Menschen dort mehr schlecht als recht mit veralteten Dieselgeneratoren oder einfachen Solarmodulen beholfen. Die ein Megawatt große Anlage versorgt 2500 Wohn-, Geschäfts- und Regierungsgebäude mit Ökostrom. In Schlechtwetterperioden wird sie von Batterien und einem Dieselaggregat unterstützt. Die Provinz Bamyan hat 2001 traurige Berühmtheit erlangt, als die Taliban riesige, einzigartige Buddha-Statuen zerstörten.

Finanziert wurde das System, für das SMA auch vier Schaltschränke sowie 79 Laderegler beigesteuert hat, von der neuseeländischen Regierung. Planung und Bau übernahmen zwei Unternehmen dieses Inselstaats.

„In diesem Projekt geht es nicht einfach nur um Kabel, Rahmen und PV-Module, sondern auch um Gesundheit, Bildung, Wirtschaftswachstum und darum, das Fundament für die zukünftige Entwicklung zu schaffen“, sagte Tony Woods, Vertreter eines der beteiligten Unternehmen. „Um die Lebensumstände im vom Krieg gezeichneten Afghanistan effektiv zu verbessern, ist eine zuverlässige Energieversorgung extrem wichtig, und zwar nicht nur für Wohnhäuser, sondern auch für Geschäfts- und Regierungsgebäude, Krankenhäuser und Schulen“, sagte der Vize-Chef der SMA-Sparte Insellösungen, Volker Wachenfeld. Fotovoltaik sei die schnellste, nachhaltigste und kostengünstigste Energiequelle, um dieses Ziel auch unter härtesten Bedingungen zu erreichen.

Für 2013 rechnet SMA mit einem Umsatzrückgang von bis zu 40 Prozent auf 900 Mio. Euro und einem Verlust von bis zu 90 Mio. Euro nach einem Plus von 75 Mio. Euro im Vorjahr. Für das laufende Jahr erwartet SMA ein operatives Plus von 20 Mio. Euro, schließt aber angesichts hoher Restrukturierungskosten unterm Strich einen Verlust nicht aus. Die Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit mehr als 5000 Mitarbeiter, davon etwa 4000 im Inland, die meisten davon in Niestetal und Kassel.

SMA bietet Wechselrichter in allen Größen und Typen an. Seit 2008 ist das Unternehmen an der Börse und im TecDax, dem Technologiewerte-Index, notiert. Gestern verlor das Papier in einem sehr schlechten Marktumfeld 4,29 Prozent auf 31,09 Euro.

Von Jose Pinto

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