Wahl der Vizelandrätin: Kreistag segnet Antrag ab, auf Gegenkandidaten zu verzichten

Solo für Susanne Selbert

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Hat Grund zur Freude: Susanne Selbert - hier mit Landrat Uwe Schmidt (beide SPD) - muss sich bei der Wahl zum Vizelandrat nicht mit einem Gegenkandidaten herumschlagen. Archivfoto: nh

Kreis Kassel. Einen großen Schritt näher gekommen ist Vizelandrätin Susanne Selbert (SPD) ihrer Wiederwahl für eine zweite sechsjährige Amtsperiode. Denn gestern verabschiedete der Kreistag in geheimer Abstimmung mehrheitlich einen SPD-Antrag, der vorsieht, auf eine Ausschreibung der Stelle zu verzichten.

Damit wird es bei der endgültigen Wahl im kommenden Jahr keine Gegenkandidaten für die 54-jährige Sozialdemokratin geben. Von den 70 abgegebenen Stimmen entfielen 43 auf Selbert, 25 Kreistagsmitglieder votierten gegen sie, zwei enthielten sich der Stimme, womit die Vizelandrätin die vorgeschriebene 50-Prozent-Hürde übersprang.

Zuvor hatte Dieter Lengemann den Antrag für die SPD begründet. Selbert habe in ihrer ersten Amtszeit bislang „hervorragende Arbeit“ geleistet, habe dabei unter anderem die Bereiche Soziales, Jugend, Bauen und Wohnen, Umwelt- und Verbraucherschutz, schließlich den Abfallbereich „mit großer Kompetenz“ bearbeitet. Daher könne man sich ohne großen Aufwand die Kosten für Ausschreibung und Sichtung der Bewerber sparen.

Eine Lanze für die Vizelandrätin brachen auch FDP und Linke. Entscheidend sei: „Wie kann eine Alternative bei diesen Mehrheitsverhältnissen aussehen?“, fragte FDP-Sprecher Björn Sänger. Denn kein Gegenkandidat hätte Chancen, Selbert aus dem Amt zu drängen. Erst wenn sich die Mehrheitsverhältnisse nach der Kommunalwahl 2016 „grundlegend ändern“, könne über eine ernst gemeinte Alternative nachgedacht werden. Humor und soziale Verantwortung attestierte Linken-Chef Dr. Christian Knoche.

Gegenstimmen dürften aus den Reihen von CDU und Grünen gekommen sein. Frank Williges (CDU) betonte: „Wir haben die Verpflichtung, Sorge zu tragen, dass es eine personelle Alternative gibt.“

Auch Steffi Weinert (Grüne) hätte es demokratischer gefunden, einen Gegenkandidaten zuzulassen: „Ich finde es gefährlich, solche Verfahren zu nutzen, wenn es gerade passt.“ Die Vizelandrätin brauche sich „nicht zu verstecken“.

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