Schadstoffbelastete Hallen: Ausweichquartier für Vereine im Seniorenheim Mühlenhof ist keine Dauerlösung

Ab Sommer droht Hängepartie

Aufwärmtraining im Mühlenhof: Tische und Stühle im Aufenthaltsraum des Seniorenheims sind beiseite geräumt. So reicht den Tänzerinnen der Kinder- und Juniorengarde (Bild) der Platz für ihre Beinschwünge. Fotos: Dilling

Vellmar. Tische und Stühle sind beiseitegeräumt. Dort, wo demnächst Senioren Kaffee trinken werden, schwingen Kinder und Jugendliche ihre Beine zu gedämpfter Disco-Musik beim Aufwärmtraining in die Luft: Die Karnevalisten der Aquarianer haben sich in ihrem Ausweichdomizil, im Seniorenheim Mühlenhof in Vellmar, gut eingerichtet. „Der Mühlenhof hat den Vellmarer Karneval gerettet“, sagt Dirk Unzicker, der Zweite Vorsitzende.

Doch das Casa-Reha-Seniorenheim ist nur ein Trainingsdomizil auf Zeit. Ab Sommer dieses Jahres droht den 17 Gruppen, denen Heimleiterin Ruth Fürsch nach der Sperrung der schadstoffbelasteten Kulturhalle Niedervellmar spontan eine neue Heimat geboten hat, eine Hängepartie: Einerseits füllt sich das Seniorenheim zusehends, andererseits steht momentan noch in den Sternen, wann die Kulturhalle und das ebenfalls geschlossene Bürgerhaus Obervellmar saniert werden.

Das im Oktober 2011 mit zunächst 15 Bewohnern eröffnete Pflegeheim wird laut Heimleiterin Ruth Fürsch im Sommer seinen dritten Wohnbereich eröffnen, im Herbst soll das Haus mit mittlerweile 43 Bewohnern dann voll belegt sein. „Die Nachfrage ist sehr gut“, sagt Fürsch.

Aquarianer-Chef Sven Wassermann befürchtet, dass sich dieses Jahr nichts mehr in Sachen Trainingshalle tut, und möchte möglichst bald Klarheit über die Zukunft. „Bis Sommer müssen wir wissen, wie es weitergeht“, sagt er.

Das weiß aber auch Vellmars Bürgermeister Dirk Stochla (SPD) noch nicht. Der Grund dafür ist, dass die Stadt neben den beiden Hallen noch die Sanierung des Rathauses und des Parkdecks in der City finanziell zu schultern hat. Durch den Bürgerentscheid, der den Plan vereitelte, einen öffentlichen Investor ins Boot zu holen, sei man in einer Zwangslage. Die Politik müsse nun Prioritäten setzen, sagt Stochla. Nächste Woche werde er mit den Fraktionen erneut darüber sprechen. Da dürften auch die Weichen gestellt werden, ob und wie viel Geld dieses Jahr für eine Sanierung der Kulturhalle bereitgestellt wird.

Die Halle werde dieses Jahr sicher noch nicht saniert, sagt Stochla. Er sei aber optimistisch, dass für die Vereine im Mühlenhof neue Zwischenlösungen gefunden würden.

Heimleiterin Fürsch will ihre Räume solange wie möglich für die Vereine geöffnet halten. Schließlich freuten sich die Bewohner sehr über die Abwechslung in ihrem Alltag.

Von Peter Dilling

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