"Sonne und Wind schicken keine Rechnung"

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Buchautor Franz Alt über die Energiewende

Der Buchautor, Journalist und TV-Moderator Franz Alt ist am heutigen Freitag, 15. März, 19 Uhr im Bürgerhaus Lohfelden zu Gast. Der Vortrag des Solar-Aktivisten steht unter dem Motto „Die Sonne schickt keine Rechnung“. HNA-Redakteur Holger Schindler sprach im Vorfeld mit Franz Alt über die Energiewende.

Herr Alt, Sie gelten als einer der Wegbereiter für die alternativen Energiequellen in Deutschland. Ist die Energiewende schon in trockenen Tüchern?

Franz Alt: Nein, sowohl die alten Energieversorger wie auch die Bundesregierung bremsen. Die Energiewende wird bisher zu 90 Prozent von engagierten Bürgerinnen und Bürgern, von Mittelständlern, von Hausbesitzern und Landwirten sowie von Stadtwerken getragen. In der Bevölkerung sind die erneuerbaren Energien sehr populär. Der dramatische Klimawandel und die steigenden Preise für die alten Energieträger verlangen aber rasches Handeln.

In jüngster Zeit sorgte die Solarbranche auch in unserer Region für negative Schlagzeilen: Firmen mussten Mitarbeiter entlassen, Projekte wurden auf Eis gelegt. Ist der Umbau hin zu den Erneuerbaren bezahlbar?

Alt: Meine Gegenfrage lautet: Wie viel kostet es uns, wenn wir die Energiewende verschlafen? Die Folgekosten der Energiewende sind fünfmal so teuer wie die Energiewende selbst. Die rasche hundertprozentige Energiewende erspart uns viel Geld. Am Anfang muss freilich investiert werden. Da aber Sonne und Wind keine Rechnung schicken, machen wir alle langfristig Gewinne. Und schaffen in Deutschland bis zu einer Million zukunftsfähige Arbeitsplätze. Die Firmen, die sich rechtzeitig international aufgestellt haben, haben volle Auftragsbücher. Weltweit boomt die Solar- und Windenergie.

Wer auf seine Stromrechnung schaut, fühlt sich leicht als Zahlmeister der Energiewende. Wie können die Menschen in unserer Region von der Energiewende profitieren?

Alt: Wer heute in eine Solarstromanlage investiert, produziert in Nordhessen Solarstrom für 12 bis 15 Cent je Kilowattstunde. Der Haushaltsstrom aus der Steckdose kostet 26 Cent. Wer Bescheid weiß, investiert.

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