Solarpark in Dittershausen produziert Strom - Betreiber suchen noch Anleger

Happy End nach Hürdenlauf: Marek Grimmelbein (von links) und Christoph Lübcke, Geschäftsführer von BLG-Project, zeigten Bürgermeister Dieter Lengemann auf einem Rundgang, wie reibungslos die Anlage an der ICE-Strecke (hinten rechts) funktioniert. Fotos:  Dilling

Fuldabrück. Die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel, die dunkelblauen Solarpaneele glitzern, und die Wechselrichter summen wie fleißige Bienen. Marek Grimmelbein, Mitgeschäftsführer der Firma BLG-Project aus Wolfhagen, strahlt:

Nach einem Hürdenlauf und einer rekordverdächtig schnellen Bauzeit ist der Solarpark Dittershausen endlich am Netz und produziert Strom.

Die Anlage auf einem Feld nahe der Fulda und der ICE-Schnellbahnstrecke, die über das Internet fernüberwacht wird, ist auf eine Leistung von einem Megawatt ausgelegt. Der Strom wird in der Nähe des Aussiedlerhofs Arendshof in das Mittelspannungsnetz von Eon-Mitte eingespeist. An guten Tagen werden die 42 Wechselrichter der Niestetaler Solarfirma SMA jeweils mehr als 30 Kilowatt pro Stunde in Wechselstrom umwandeln, der von den Modulen eines chinesisch-kanadischen Konzern zuvor aus Sonnenenergie als Gleichstrom erzeugt wurde.

Übergabestation: Nahe dem Arendshof (rechts im Hintergrund) wird der Sonnenstrom ins Netz eingespeist.

Ursprünglich war die Anlage von den Betreibern für eine viel höhere elektrische Leistung geplant. Es sollten bis zu sieben Megawatt/Peak erzeugt werden. Doch der Gesetzgeber machte einen Strich durch die Rechnung: Es wurde eine drastische Senkung der Einspeisevergütung beschlossen. Außerdem durften die Planer nur in einem Streifen von bis zu 110 Metern Breite neben der Eisenbahnstrecke Module aufstellen. Hinzu kam, dass die Betreiber nicht so viel Fläche anmieten konnten, wie sie sich ursprünglich vorgestellt hatten.

Mit Unterstützung der Gemeinde Fuldabrück gelang das Projekt dennoch. Das Kommunalparlament tagte im Mai in einer Sondersitzung, damit die Baugenehmigung noch rechtzeitig erteilt werden konnte. Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD) hatte sich zuvor für eine Änderung des Flächennutzungsplans beim Zweckverband Raum Kassel (ZRK) starkgemacht.

So ging die Anlage noch vor dem 1. Juli, dem Stichtag der Kürzung der Sonnenstromvergütung, ans Netz. 17,94 Cent erhält BLG Project pro Kilowattstunde. Wäre die Anlage erst im Juli in Betrieb gegangen, hätte die Firma nur 13,5 Cent erlöst.

1,6 Millionen Euro investiert

1,6 Millionen Euro haben die Betreiber in den Fotovoltaik-Park investiert und die 1,7 Hektar große Fläche für 35 Jahre angemietet. BLG-Project sucht jetzt noch weitere Bürger, die sich an dem Park im Rahmen eines Fonds finanziell beteiligen wollen. Mit dem eingesammelten Geld sollen die Bankkredite abgelöst werden, die für eine Zwischenfinanzierung aufgenommen wurden. (pdi)

Info und Kontakt: www.blg-project.de

Von Peter Dilling

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