Investor will in Nieste dringend benötigte Unterkunft schaffen - 35 Betten und fünf Apartments geplant

„Sonnenhang“ wird zum Hotel

Nieste. Das Beherbungsproblem in Nieste ist möglicherweise schon im kommenden Sommer gelöst. Um die zunehmende Zahl von Gästen unterbringen zu können, die wegen der Wanderschule und der Königsalm Hessens kleinste selbstständige Gemeinde besuchen, soll das frühere Café Sonnenhang in ein Hotel umgewandelt werden. Das sagte Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD) gestern im HNA-Gespräch. Entsprechende Verhandlungen mit einem privaten Investor aus der Region liefen sehr vielversprechend. Nähere Angaben zu dem Investor wollte Paul nicht machen. Mit der Festlegung auf den „Sonnenhang“ sind die seit Monaten anhaltenden Spekulationen über einen Standort für ein Hotel beendet. Zuletzt war immer wieder auch das Gelände der Jugendburg Sensenstein genannt worden. Einen entsprechenden Vorschlag der CDU hatte der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung allerdings mehrheitlich abgelehnt.

Auch Paul, der für die Sozialdemokraten im Kreistag sitzt, hatte dagegen gestimmt. Er nannte die Idee gestern „absoluten Blödsinn“. Ein Hotel gehöre in den Ort. Die Gäste wollten kurze Wege.

Nach einem Umbau des „Sonnenhangs“, der nach Angaben des Bürgermeisters rund 800 000 Euro kosten wird, soll das am Wald gelegene Haus über 35 Pensionsbetten und fünf Ferienapartments verfügen. Mögliche Bedenken der Anwohner wegen Lärms zerstreute Paul: Es werde in dem neuen Hotel kein öffentlich zugängliches Restaurant und auch kein Café geben. Den Gästen des Hauses werde eine Teilpension geboten. Außerdem soll die Straße Am Brink für Busse gesperrt werden.

Noch nicht abschließend geklärt ist, ob die Gemeinde Eigentümerin des Hauses bleibt. In den Verhandlungen mit dem Investor hätten sich zwei Optionen herauskristallisiert: Entweder werde die Immobilie verkauft oder die Gemeinde werde einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Investor schließen, der diesem eine langjährige Nutzung des Hauses garantiere.

„Wir hoffen, dass wir in 14 Tagen Klarheit haben“, sagte Paul. Über den Vertrag und die neue Nutzung muss dann die Gemeindevertretung entscheiden. Eine Mehrheit für die Pläne gilt als sicher.

Die Gemeinde Nieste hatte das frühere Café Sonnenhang vor Jahren ersteigert. Der Verkauf an zwei Familien, die dort wieder Pensionszimmer anbieten wollten, scheiterte. Das imposante Haus, einst ein beliebtes Ausflugsziel, fiel daraufhin in diesem Jahr an die Gemeinde zurück. Seither sucht diese nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit. Gegenwärtig steuern pro Tag im Schnitt vier Busse Nieste und die Königsalm an. Die Wanderschule zählte 2010 bereits gut 2000 Besucher.

Von Peter Ketteritzsch

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