250 Interessierte kamen nach Lohfelden

Sorge ums Trinkwasser: Bürgerinitiative informierte über Fracking

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Diskutierten in Lohfelden über Fracking: (von links) Arno Schröder (Piratenpartei), Timon Gremmels (SPD), Helmut von Zech (FDP), Marjana Schott (Linke), Nicole Maisch (Grüne) und die CDU-Abgeordnete Birgit Kaiser-Wirz (verdeckt).

Lohfelden. „Wasser, es ist nicht so, dass man dich braucht, du bist das Leben“ – so hat der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry das Wasser beschrieben. Um ebendieses ging es jetzt während einer Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative „Fracking-freies Hessen“ in Lohfelden.

In der Diskussion formulierten Bürger ihre Sorge vor einer Versickerung oder Verseuchung des Grundwassers, falls Fracking in der Region genehmigt werden sollte. „Dann können wir auch wieder Öl in den Graben verpumpen“, sagte Katharina Levin. Die Lohfeldenerin forderte von den auf dem Podium diskutierenden Volksvertretern, ihrem Auftrag gerecht zu werden und Schaden von den Menschen abzuwenden.

Die Industrie bestreite das Problem mit dem Wasser gar nicht, „aber die Politiker drücken die Augen zu“, kritisierte der Kasseler Bergrechtsexperte Rainer Zawislo.

An die eingeladenen Politiker – Bundestags-, Landtags- und Kreistagsabgeordnete dort vertretener Parteien – ging die Frage, „ob sie Fracking jetzt, später oder gar nicht haben wollen“.

Engagiertes Publikum: Katharina Levin äußerte sich gegen Fracking, weil sie eine Gefährdung von Trinkwasservorkommen befürchtet.

Außer Helmut von Zech (FDP) waren alle Abgeordneten – Arno Schröder (Piratenpartei), Timon Gremmels (SPD), Marjana Schott (Linke), Nicole Maisch (Grüne) und Birgit Kaiser-Wirz (CDU) – gegen Fracking und sprachen sich übereinstimmend für eine Änderung des Bergrechts aus.

„Es ist bewundernswert, wie Frau Kaiser-Wirz hier gegen den Mainstream in ihrer Partei aufgetreten ist“, sagte Sitzungsleiter Henner Gröschner von der Bürgerinitiative über das Statement der CDU-Kreistagsabgeordneten gegen Fracking. Timon Gremmels räumte auf Nachfrage ein, dass es in der SPD Befürworter für das „Clean-Fracking“ gebe; daran müsse man noch arbeiten, sagte der Landtagsabgeordnete.

Helmut von Zech (FDP) wurde vom Publikum ausgebuht. Der Landtagsabgeordnete sagte, dass sich seine Partei „neuen Technologien nicht verschließen“ wolle. Die vorliegenden Erkundungsanträge sollten nach geltendem Bergrecht abgearbeitet werden. Außerdem verlangte von Zech, dass Betriebspläne auf ihre Umweltverträglichkeit überprüft werden.

www.frackingfreieshessen.de

Zuvor hatte Heino Kirchhof in das Thema eingeführt. Der Umweltkenner und Solarexperte sagte, dass Methan-Gas noch gefährlicher für die Erdatmosphäre sei als CO2.

In Filmausschnitten kamen von Fracking betroffene Bürger zu Wort – etwa ein Landwirt aus Niedersachsen, der in der Nähe eines Bohrturmes mit Benzol verseuchtes Trinkwasser vorgefunden hat. Nach Mitteilung von Henner Gröschner gehören der Bürgerinitiative mehr als 6000 Mitglieder an. (ppw) 

Fotos: Bürgerinitiative informierte in Lohfelden über Fracking

Bürgerinitiative informierte in Lohfelden über Fracking

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