Auch im Werk Baunatal sind 1050 beschäftigt

VW erhält Preis für Integration von Schwerbehinderten

Hat alles, was er braucht: Andreas Schrages Arbeitsplatz ist auf seine Bedürfnisse eingestellt. Eine Lupe und zusätzliche Beleuchtung helfen ihm beim Sehen, der Tisch ist höhenverstellbar. Fotos: Ziemann

Baunatal. Sein Tisch ist höhenverstellbar, eine Lupe hilft ihm beim Sehen und neben seinem Arbeitsplatz steht eine fahrbare Hebeanlage, um die verpackte Ware ohne körperliche Anstrengungen zum Abtransport vorzubereiten.

Andreas Schrage arbeitet bei VW in Baunatal und ist aufgrund eines stark ausgeprägten Augen- und Wirbelsäulenleidens schwerbehindert. Der 50-Jährige ist einer von 1050 Schwerbehinderten, die beim Volkswagen-Werk in Baunatal beschäftigt sind.

Wegen des langjährigen Engagements von VW bei der Zusammenarbeit von Menschen mit und ohne Handicap ist der Autohersteller jetzt mit dem Inklusionspreis ausgezeichnet worden. „Wir beschäftigen Schwerbehinderte nicht, um die gesetzlich vorgeschriebene Quote zu erfüllen“, sagt Dr. Frank Klobes, Fachreferent Soziales und Gesundheit bei VW in Baunatal. „Wir machen das aus Überzeugung.“ Mit 7,2 Prozent habe der Standort Baunatal die Fünf-Prozent-Quote nämlich weit übertroffen.

„Schwerhörige, MS-Kranke, Prothesenträger, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Depressionen – sie alle können bei VW wertschöpfend und wertschätzend arbeiten“, erklärt Jörg Ebert, Vertrauensperson der Schwerbehinderten.

Und das lässt sich der Konzern einiges kosten. Neben Trägern wie Integrationsamt und Krankenkassen zahlt Volkswagen einen Kostenanteil zum Beispiel bei dem Umbau von Arbeitsplätzen. „So ein Umbau kann von 5000 Euro für eine Rampe bis zu 150 000 Euro für die Umgestaltung eines Fahrstuhls kosten“, sagt Betriebsrats-Mitglied Thomas Frye.

Diese Investition kommt auch Andreas Schrage zugute: „Ich habe an meinem Arbeitsplatz alles, was ich brauche“, sagt der Lagerfacharbeiter. „Ich bin stolz darauf, bei VW arbeiten zu dürfen und meine in vielen Jahren erworbenen Kenntnisse weiter nutzen zu können.“

Das gilt auch für Natascha Bauer. Die Personalreferentin arbeitet in einem der Büros des Standorts in Baunatal. Das Büro ist ausgestattet mit einem Taster als Türöffner, einem umgebauten Fahrstuhl und einem höhenverstellbaren Schreibtisch. Ein spezieller Stuhl, der nicht wegrollt, wenn sich die 32-Jährige von ihrem Rollstuhl auf ihn setzt, soll noch folgen.

Von Theresa Ziemann

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