Landtag soll Thema erneut diskutieren

SPD: Chance für Erdkabel gestiegen

Kreis Kassel. Der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels sieht durch einen Vorstoß von Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FPD) verbesserte Chancen für die Verlegung großer Stromleitungen in der Erde.

380 000 Volt

Der Niestetaler Landespolitiker äußert sich erfreut über Medienberichte, wonach Brüderle es einfacher machen will, die Energiekonzerne beim Ausbau der Stromtrassen zur Erdverkabelung zu verpflichten. Damit komme der Bundeswirtschaftsminister einer Forderung vieler Bürgerinitiativen in Nordhessen und auch der SPD-Landtagsfraktion entgegen. Geplant ist der Bau einer Höchstspannungsleitung mit 380 000 Volt, deren eine – und wahrscheinlichere – Variante durch den Altkreis Kassel führen wird.

Bereits 2007 habe seine Fraktion ein Hessisches Erdkabelgesetz in den Landtag eingebracht, sagt Gremmels. Später habe der Bundestag eine bundesweite Regelung geschaffen. Die sehe für die Strecke Wahle (Niedersachsen) nach Mecklar (Hessen) die Möglichkeit von Erdverkabelung vor. „Die Netzbetreiber sind allerdings nicht bereit, diese Kann-Bestimmung auch umzusetzen, um die Höchstspannungsleitungen auch auf langen Strecken in der Erde zu verlegen“, kritisiert Gremmels.

Wenn jetzt in Berlin Überlegungen zu einer Erdkabel-Pflicht angestellt würden, müsse diese auch für den bereits im Raumordnungsverfahren befindlichen Abschnitt Wahle-Mecklar gelten, fordert der Niestetaler. „Wir werden aufgrund der neuen Ausgangslage das Thema Erdkabel erneut im Landtag zur Sprache bringen“, sagt Gremmels. Denn Hessen werde als Energie-Transitland in Zukunft noch mehr neue Stromtrassen bekommen.

Erdkabel stellten zwar auch einen Eingriff in die Landschaft dar, hätten im Vergleich mit Freileitungen allerdings mehr Vor- als Nachteile, sagt der Landtagsabgeordnete Gremmels. (hog)

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